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Schalke-Finanznot - Mitarbeitern gekündigt

Gelsenkirchen (dpa) - 01.10.2009, 14:09 Uhr

Felix Magath (r) steht bei der Jahreshauptversammlung im Juni neben Geschäftsführer Peter Peters.
Felix Magath (r) steht bei der Jahreshauptversammlung im Juni neben Geschäftsführer Peter Peters.

Spekulationen, Verdächtigungen und Dementis - der FC Schalke 04 kommt trotz der sportlich befriedigenden Situation unter dem neuen Trainer Felix Magath nicht aus den Schlagzeilen.

Die angeblich bedrohliche Finanzlage des FußballBundesligisten ist auch vor dem Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt das Medien-Hauptthema. Fast täglich tauchen vermeintlich neue Fakten auf, die den anhaltenden Gerüchten über die akuten Finanzprobleme des notorisch klammen Traditionsverein frische Nahrung geben.

Häufig folgen derlei «Enthüllungen» prompt Dementis von Clubseite. So auch am 1. Oktober: Schalke trat per Pressemitteilung einem Bericht der «Financial Times Deutschland» (FTD) entgegen. Es würden «Informationen verbreitet, die nicht den Tatsachen entsprechen». Der Verein stellte fest: «Die in einem Artikel der Financial Times Deutschland thematisierten Sicherheitskonten der Schechter-Anleihe sind vertragsgemäß gefüllt. Alle bislang fälligen Raten der Anleihe sind vom FC Schalke 04 pünktlich bedient worden.»

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Unter der Überschrift «Schalke ist fast pleite» hatte die «FTD» berichtet, Schalkes Finanzchef und Vorstand Peter Peters habe intern eingeräumt, dass sich auf drei von vier Sicherheitskonten des Clubs inzwischen kein Guthaben mehr befinde. Über diese Konten würden normalerweise die Kredite von Schalke bedient. Zudem sehe sich Peters Rücktrittsforderungen des Londoner Investors Stephen Schechter ausgesetzt, der dem Club vor Jahren mit einer Anleihe in Millionen-Höhe bei der Stadionfinanzierung half. Von Schalkes Aufsichtsratsvorsitzendem Clemens Tönnies war lediglich kürzlich bestätigt worden, dass man «Sockelbeträge» der zu erwartenden Zuschauer- und Sponsoreneinnahmen abgetreten habe.

Dass der Revierclub insbesondere nach dem Verpassen eines europäischen Wettbewerbes einen scharfen Konsolidierungskurs steuern muss und nach Einsparpotenzialen sucht, ist längst kein Geheimnis. Sowohl der vor einigen Wochen als Finanzchef abgedankte Clubpräsident Josef Schnusenberg als auch Peters, Tönnies und Magath betonten dies wiederholt. «Wir müssen uns konsolidieren und dementsprechende Einsparungen vornehmen», gestand Peters. Tönnies räumte ein: «Wir müssen die Einnahmen erhöhen und die Ausgaben senken.»


Strittig ist allein das Ausmaß der Not. Akute Liquiditätsprobleme werden vom Club ebenso vehement bestritten wie die angeblich «rapide verschlechterte Zahlungsmoral» (Handelsblatt) oder Behauptungen, die Stadt habe Schalke die Grundsteuer für das vereinseigene Gelände gestundet und Geschäftsführer Peters sei vom Aufsichtsrat beauftragt worden, noch in dieser Saison 20 bis 30 Millionen Euro zu beschaffen.

«Eine derartige Forderung an Peters hat es nie gegeben», versicherte Magath. «Es sind immer wieder verschiedene unwahre Behauptungen über unsere finanzielle Situation im Umlauf. Die Situation ist nicht so schlecht, wie sie in der Öffentlichkeit dargestellt wird.» Aufsichtsrats-Boss Tönnies sagte kürzlich: «Es ist eng. Doch keiner muss sich Sorgen machen. Schalke ist nicht in Not.» Klar ist, dass der mit knapp 137 Millionen Euro verschuldete Verein um Stabilität ringt und zur Not auch Spieler transferieren würde, «aber nicht um jeden Preis», wie Magath und Tönnies versichern.

Der «RevierSport» lieferte noch ein weiteres Mosaiksteinchen, dass der Club, der laut Bilanz im Jahr 2008 exakt 69,2 Millionen Euro an Personalkosten (Löhne und Gehälter der Angestellten) aufwendete, vor schmerzlichen Einschnitten nicht zurückschreckt. Betroffen aber sind zunächst offenbar nur «kleinere» Angestellte. Nach Angaben der Zeitschrift hat Schalke acht Mitarbeitern aus der Rechtsabteilung und der Hausmeisterei gekündigt. Vor Wochen hatten schon zwei Mitarbeiter des Schalke-Museums ihren Arbeitsplatz räumen müssen.

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