Kurswechsel auf Schalke - Tönnies: Ausgaben senken
Gelsenkirchen (dpa) - 18.09.2009, 18:19 Uhr
Das sportliche Geschehen geriet auf Schalke etwas in den Hintergrund. Magath im Spiel gegen Köln.
Bilanzen statt Tore - beim FC Schalke 04 wird derzeit mehr über finanzielle Engpässe als über das sportliche Geschehen gesprochen. Schulden in Höhe von 137 Millionen Euro, teure Profis und das Versiegen von europäischen Geldquellen zwingen den Revierclub zu einem Kurswechsel. «Wir müssen die Einnahmen erhöhen und die Ausgaben senken», bekannte Aufsichtsratschef Clemens Tönnies jüngst in der «Bild»-Zeitung, bestritt aber ungeachtet der vielen Medienberichte angebliche Liquiditätsprobleme. «Es ist eng. Doch keiner muss sich Sorgen machen. Schalke ist nicht in Not.» Übereinstimmende Meldungen in verschiedenen Medien verheißen jedoch schwierige Zeiten. Demnach soll Finanzchef Peter Peters angewiesen worden sein, noch in dieser Saison 20 bis 30 Millionen Euro zu beschaffen. Das kommt einer Herkulesaufgabe gleich: Schließlich wurden laut Tönnies die Sockelbeträge aus Forderungen an den Hauptsponsor (Gazprom) und den Ausrüster (adidas) bereits an Investoren abgetreten. Zudem verwies das «Handelsblatt» (Freitag- Ausgabe) auf Indizien, wonach sich die Zahlungsmoral der Schalker «in den vergangenen Monaten rapide verschlechtert» haben soll. Weitere Veröffentlichungen besagen, dass die Stadt Gelsenkirchen auf Bitte des Clubs bereit sei, dem Verein die Grundsteuer für das Stadiongelände vorerst zu stunden.
Die vielen Berichte über wachsende Finanzsorgen hält Trainer Felix Magath für übertrieben: «Die Situation ist nicht so schlecht, wie sie in der Öffentlichkeit dargestellt wird.» Und auch Vorstandsmitglied Peters verspürt wenig Lust, die seiner Meinung nach «ständig neuen und immer falschen Zahlen öffentlich zu kommentieren». Gleichwohl sehen auch Magath und Peters Handlungsbedarf: «Wir müssen erst einmal zusehen, dass wir den Verein wieder in finanziell stabile Verhältnisse bringen. Sonst macht es aus meiner Sicht überhaupt keinen Sinn zu versuchen, an die Bundesliga-Spitze zu kommen», kommentierte der Coach. Peters schwor den Schalker Anhang vor dem Spiel gegen Wolfsburg in der Stadionzeitschrift auf ein Ende der üppigen Finanzpolitik ein: «Richtig ist, dass wir uns in diesem Bereich konsolidieren und dementsprechende Einsparungen vornehmen müssen. Alle persönlichen Interessen müssen hinter diesem Ziel zurückstehen.» |