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Stürmerstar in der Krise: Dzeko trifft nicht mehr

15.09.2009, 12:50 Uhr

Wolfsburgs Edin Dzeko im Spiel gegen den HSV.
Wolfsburgs Edin Dzeko im Spiel gegen den HSV.

Wolfsburg (dpa) - Im Sommer lockte ihn der AC Mailand mit einer 30-Millionen-Euro-Offerte, im Herbst hat Edin Dzeko beim VfL Wolfsburg seine Stammplatz-Garantie verloren. Der Topstürmer ist auf dem harten Boden der Tatsachen gelandet.

In der neuen Saison läuft es für den bosnischen Nationalspieler noch nicht wie gewohnt. Erst ein Tor nach fünf Bundesliga-Spielen steht für den 23-Jährigen zu Buche, der im vergangenen Jahr 26 Treffer in 32 Spielen erzielt hatte. Wegen der ungewohnten Ladehemmung verbannte Wolfsburgs neuer Coach Armin Veh den Stürmer gegen Bayer Leverkusen zunächst auf die Bank.

Erstmals seit knapp einem Jahr spielte Dzeko in der Bundesliga nicht von Beginn an. Eine Dauersituation soll dies nicht werden. «Dzeko ist immer jemand für die Startelf. Es ist nicht angedacht, dass er permanent auf der Bank sitzt», beteuerte Veh vor dem Champions-League-Spiel am Dienstag gegen ZSK Moskau. Dennoch war das Erfolgsduo Dzeko/Grafite erstmals seit langem gesprengt.

Zusammen hatten die Angreifer in der vergangenen Saison die Abwehrreihen der Liga fast nach Belieben durcheinandergewirbelt. Mit gemeinsam erzielten 54 Toren waren sie maßgeblich am überraschenden Meistertitel der Niedersachsen beteiligt. Dies weckte bei finanzkräftigen europäischen Spitzenclubs Begehrlichkeiten. Dzekos Traumclub AC Milan wollte den Stürmer für 30 Millionen Euro in die norditalienischen Metropole locken. Auch Chelsea, Arsenal, Manchester City und Olympique Lyon sollen an dem Bosnier interessiert gewesen sein. Doch Veh bestand auf Dzekos Verbleib in Wolfsburg.

Um seinen zuvor so erfolgreichen Sturm nicht zu sprengen, besserte der VfL-Trainer und -Manager die Bezüge Dzekos deutlich auf und verlängerte den Vertrag sogar vorzeitig bis 2013. Gleichzeitig erhöhte Veh den Druck und holte für die zusätzlichen Belastungen in der Champions League Obafemi Martins für 10,5 Millionen Euro von Newcastle United. Der 24-Jährige, der mit Inter Mailand im Gegensatz zu Dzeko und Grafite bereits Erfahrung in der europäischen Königsklasse gesammelt hat, sitzt Dzeko nun im Nacken. Der Bosnier erkannte die Stärke des Zugangs sofort: «Er ist ein sehr guter Stürmer.»


Obwohl der Nigerianer zunächst als Joker eingesetzt wurde, traf er in der Liga bereits zweimal und erhielt gegen Leverkusen erstmals den Vorzug. Noch bleibt Dzeko gelassen und misst dem keine Bedeutung bei. «Ich sehe ihn nicht als Konkurrenz», sagte er über Martins: «Wir sind ein Team.» Hoffnung in der gegenwärtigen Situation kann ihm der Blick auf die vergangene Spielzeit machen. Wie die komplette Mannschaft kam da das Duo Grafite/Dzeko auch erst spät in Form. «In der vergangenen Saison hat es mit mir und Graffa gut funktioniert, obwohl wir zu Saisonbeginn auch nicht so gut gespielt haben.»

Vor allem für Dzeko lief es damals nicht optimal. An den ersten sechs Spieltagen kam er lediglich zu vier Einsätzen und wurde dreimal eingewechselt. Sein erstes Tor gelang ihm am siebten Spieltag beim 2:2 beim FC Schalke. Dort ist Dzeko an diesem Freitag wieder zu Gast. Ausgerechnet gegen den Wolfsburger Meistercoach und neuen Schalker Trainer Felix Magath würde der Bosnier dabei gerne wieder treffen und seine Torflaute beenden.

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