Im Fall Prince Tagoe vom Bundesligisten 1899 Hoffenheim hat die Deutsche Fußball Liga (DFL) einen medizinischen Experten eingeschaltet.
Auf Vorschlag der Kommission Sportmedizin des DFB soll Prof. Michael Böhm die Sporttauglichkeit des Profis beurteilen, teilte die DFL mit. Mit Böhm sei vereinbart, «dass zunächst eine Beurteilung nach Auswertung und auf Grundlage aller bisher vorliegenden medizinischen Befunde und Bildaufnahmen vorgenommen wird». Sollten weiteren Untersuchungen erforderlich sein, werden diese zeitnah durchgeführt.
Der DFL ist daran gelegen, heißt es in der Erklärung, möglichst eine von allen bisher eingebundenen Ärzten mitgetragene Beurteilung des Gesundheitszustandes zur Grundlage der Entscheidung der DFL über die Spielerlaubnis zu machen. Ob hierfür eine vom Anwalt des Spielers vorgeschlagene «Ärzterunde» für die abschließende verbandsrechtliche Bewertung sinnvoll und zweckmäßig sei, werde die DFL im Einvernehmen mit der DFB-Kommission Sportmedizin entscheiden. Derzeit darf Tagoe nicht in der Bundesliga spielen, weil er keine Spiellizenz hat.
Am 11. September war Tagoes Anwalt mit einer Auskunftsklage vor dem Arbeitsgericht Heidelberg zunächst gescheitert. Rechtsbeistand Markus Buchberger wollte klären lassen, wann und durch wen der Verein von der angeblichen Herz-Erkrankung des Stürmers erfahren habe. Zudem wollte er wissen, ob der Ghanaer bei dem obligatorischen Medizin-Check vor der Vertragsunterzeichnung kardiologisch-internistisch untersucht wurde.