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Köln geht auf dem Zahnfleisch

Hamburg (dpa) - 31.08.2009, 13:47 Uhr

Kölns Lukas Podolski steht beim Spiel in Hamburg ratlos auf dem Platz.
Kölns Lukas Podolski steht beim Spiel in Hamburg ratlos auf dem Platz.

Die Wade zwickte nicht mehr, aber dennoch war Lukas Podolski ein Schatten seiner selbst. Über die 90 Minuten trabte der Nationalspieler beim 1:3 gegen Bundesliga-Tabellenführer Hamburger SV meist ohne Anbindung über den Rasen.

Wenn er den Ansatz zu technischen Feinheiten zeigte wie beim gedachten Doppelpass in der 84. Minute in den gegnerischen Strafraum, verstand ihn Sturmpartner Milivoje Novakovic nicht. «Beide sind nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte. Wir erwarten uns in der Zukunft schon gewisse Fortschritte», sagte Manager Michael Meier.

«Auch wenn sich das komisch anhört, es wäre mehr dringewesen», meinte Podolski, der das Hammer-Auftaktprogramm nicht als Entschuldigung für die Niederlagen und den schlechtesten Start seit 17 Jahren gelten lassen will. Den einzigen Punkt holte das Tabellen- Schlusslicht beim 0:0 gegen Frankfurt - Dortmund, Wolfsburg und Hamburg waren eine Klasse besser. Nach der Länderspielpause warten nun Schalke, Stuttgart, Leverkusen und Bayern München. «Das tut nichts zur Sache», sagte Podolski.

Die Ruhe zu bewahren angesichts erst zwei geschossener Tore fällt allerdings schwer. «Uns hat das Selbstbewusstsein gefehlt, wir haben uns fast selbst geschlagen», gab der ratlos wirkende FC-Trainer Zvonimir Soldo zu, der fast das Gegenteil des charismatischen Christoph Daum verkörpert. Bis auf den portugiesischen Zugang Maniche gibt es derzeit keinen, der die Stürmer bedient - das Mittelfeld ist zu schwach.

«Es fehlt der notwendige Mut, nach vorne zu gehen. Aufgrund der Erfahrung der einzelnen Spieler müssten wir diese Situation meistern können. Jetzt müssen wir zwei Wochen mit diesem Negativerlebnis umgehen», sagte Meier, der durchaus einzelne Profis kritisierte. Zum Fauxpas von Pierre Womé beim 0:1 fand er klare Worte: «So ein Fehler darf so einem erfahrenen Mann nicht passieren. Damit bringen wir uns in Schwulitäten, die nicht notwendig sind.» Und werden schon nach vier Spieltagen als Abstiegskandidat gehandelt.


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