Schalke vor Härtetest - Hoffenheimer Chaos
Frankfurt/Main (dpa) - 20.08.2009, 14:56 Uhr
Felix Magath dirigiert das Schalker Team auf dem Platz.
Der Manager auf Tauchstation, der Trainer genervt und die Mannschaft unter Druck: Der Wirbel um die fristlose Kündigung von Prince Tagoe sorgt beim Fußball-Bundesligisten 1899 Hoffenheim ausgerechnet vor dem Gastspiel von Tabellenführer Schalke 04 für frostige Stimmung. Während Felix Magath dem ersten sportlichen Saison-Härtetest für die «Königsblauen» am 21. August gelassen entgegensieht, hängt beim Konkurrenten aus dem Kraichgau nach dem Saison-Fehlstart mit nur einem Punkt und den Negativschlagzeilen im «Fall Tagoe» der Haussegen schief. Die seit Tagen im Schwebeverfahren befindliche Personalie des Ghanaers war auch 24 Stunden vor dem Spiel das beherrschende Thema. Doch statt klarer Worte sorgte die Hoffenheimer Führungsetage für neue Verwirrung. «Wir haben jetzt die Kündigung aufgehoben», verkündete Mäzen Dietmar Hopp im «kicker». Manager Jan Schindelmeiser, der nicht zur obligatorischen Pressekonferenz erschien, wollte dies jedoch nicht bestätigen und verweigerte trotz Nachfrage durch Journalisten eine Stellungnahme.
Ob und wann Tagoe, der am 30. Juli wegen eines angeblichen Herzfehlers vom Verein Hals über Kopf entlassen worden war, ins Mannschaftstraining zurückkehrt, ist offen. «Diese Frage kann ich nicht beantworten. Das ist nicht mein Thema», sagte Trainer Ralf Rangnick. Der Coach hat derzeit ohnehin auf anderen Baustellen reichlich zu tun. Beim 0:1 in Leverkusen ließ das Überraschungsteam der Vorsaison alle Tugenden vermissen und brachte den Fußball-Lehrer damit gehörig auf die Palme. «Es wird nicht passieren, dass wir noch einmal so spielen wie gegen Bayer», kündigte Rangnick an. Bei einer Videoanalyse redete er Tacheles mit seinen Spielern, von denen er gegen Schalke einen engagierten Auftritt erwartet. «Wir müssen an das Bayern-Spiel anknüpfen, wo wir 60 Minuten lang eine Top-Leistung geboten haben. Wir wollen das Tempo extrem hochhalten, damit Schalke merkt, wer zu Hause spielt», forderte Rangnick. Auch die Mannschaft, die sich bei einem geselligen Team-Abend ausgesprochen hat, brennt auf eine Wiedergutmachung. «Wir nehmen uns viel vor, denn wir haben etwas gutzumachen. Ich denke, es gibt eine Trotzreaktion», sagte Neuzugang Josip Simunic. |
Die mit zwei Siegen optimal in die Saison gestarteten Schalker lassen sich von der Kampfansage aus Hoffenheim jedoch genauso wenig aus der Ruhe bringen wie durch die Aussicht auf den alleinigen Platz an der Sonne. «Platz eins ist kein Thema für uns. Es gibt zwar eine Tabelle, aber die hat jetzt noch keine Aussagekraft. Meine Spieler sind professionell genug, um sich von der Aussicht auf die alleinige Tabellenführung nicht anstecken zu lassen», sagte Magath. Immerhin räumte der Coach ein, dass die Gemütslage bei ihm und seinen Spielern nach den zwei Auftakt-Erfolgen viel besser sei. «Wir fahren mit Selbstbewusstsein nach Sinsheim, um dort auch mindestens ein Pünktchen zu holen», formulierte Magath das Ziel. Verzichten muss er auf Jermaine Jones (Haarriss im Schienbein), Christian Pander und Vicente Sanchez (beide Knieprobleme) sowie den am Fuß verletzten Danny Latza. Beim Gastgeber fehlt weiter der Brasilianer Luiz Gustavo (Sprunggelenk). Voraussichtliche Mannschaften: 1899 Hoffenheim: Hildebrand - Beck, Simunic, Compper, Eichner - Carlos Eduardo, Vorsah, Salihovic - Obasi, Ibisevic, Ba FC Schalke 04: Neuer - Rafinha, Zambrano, Bordon, Höwedes - Mineiro - Moritz, Kenia (Rakitic), Westermann - Farfan, Kuranyi Schiedsrichter: Weiner (Giesen)
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