Rauball sieht DFL-«Punktsieg» gegen Kartellamt
Düsseldorf (dpa) - 19.08.2009, 14:59 Uhr
Reinhard Rauball bei einer Pressekonferenz der Deutschen Fußball-Liga 2008.
Die Deutsche Fußball Liga (DFL) erwartet im Gerichtsverfahren gegen das Bundeskartellamt laut Reinhard Rauball «einen Punktsieg». Rauball ist der Ansicht, «dass der Senat dem Kartellamt die Grenzen aufgezeigt hat», wie der Ligapräsident nach dem mündlichen Beschwerdeverfahren vor dem 1. Kartellsenat des Oberlandesgerichts (OLG) Düsseldorf erläuterte. Ein Teil der Beschwerde wurde abgewiesen, eine Entscheidung steht aber noch aus. Bei künftigen Ausschreibungen für die Vergabe von Vermarktungsrechten im TV und Internet soll die DFL früher agieren. Ligaverband und DFL hatten Beschwerde eingelegt, da das Kartellamt nach DFL-Auffassung die funktionierende Praxis der Bundesliga-Zentralvermarktung «erheblich eingeschränkt» hatte. Über einen während der Verhandlung gestellten neuen Antrag der DFL soll am 16. September in Düsseldorf eine Entscheidung verkündet werden.
«Wir sind mit dem Verlauf der Verhandlung mit Blick auf künftige Rechtevergaben durchaus zufrieden. Im Mittelpunkt stand für uns die Frage: Was ist rechtsstaatlich erlaubt? Darf eine Behörde durch eine Pressekonferenz öffentlich Fakten schaffen, ohne einen Bescheid zu erlassen? Nur darum ging es», erklärte Rauball. Für DFL und Ligaverband sei «ein derartiges Vorgehen nicht mit den Prinzipien des Rechtsstaats zu vereinbaren». Jetzt gebe es Grundlagen, um «für die Spielzeiten ab 2013/2014 rechtzeitig Klarheit zu schaffen», hieß es. Die DFL bezog sich bei ihrer Beschwerde auf den nicht zustande gekommenen Drei-Milliarden-Euro-Vertrag mit der Agentur Sirius des Medienunternehmers Leo Kirch. Der Vertrag, der dem Profi-Fußball im Durchschnitt 500 Millionen Euro im Jahr garantiert hätte, war 2008 am Kartellamt gescheitert. Eine formelle Verfügung, die juristisch anfechtbar gewesen wäre, gab es nicht. Der Dachverband hatte später neue Verträge mit TV-Anbietern geschlossen. Der bis 2013 laufende Kontrakt bringt der DFL je Saison im Durchschnitt 412 Millionen Euro. Im Sinne der Vereine habe man «den juristischen Weg gehen müssen», erklärte Rauball. Die Bundesliga könne nicht ohne Bescheid auf Einnahmen verzichten, «die sie für ihre Wettbewerbsfähigkeit, aber auch für erschwingliche Eintrittspreise, moderne und sichere Stadien sowie Jugendarbeit und soziale Zwecke benötigt».
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