NADA möchte Wettkampf-Tests für DFB übernehmen
Düsseldorf (dpa) - 06.08.2009, 13:06 Uhr
Das Signet der Nationalen Anti-Doping-Agentur NADA.
Die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) stellt dem deutschen Profi-Fußball ein gutes Zeugnis aus, würde aber gern auch die Wettkampfkontrollen übernehmen. «Wir haben nicht die Möglichkeit, die Verbände zu zwingen», sagte der NADA-Vorstandsvorsitzende Armin Baumert. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) beauftragte die NADA nur mit der Durchführung von rund 500 Trainingstests pro Jahr, lehnte aber die Übergabe der Wettkampftests an die unabhängige Bonner Agentur bisher ab. Die NADA würde sich jedoch wünschen, dass der DFB dem Beispiel der Handball-Bundesliga und des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) folgte und ihr sämtliche Kontrollen übergibt. «Die NADA hilft, das vor dem Hoffenheim-Fall qualitativ nicht überzeugende Kontrollsystem weiterzuentwickeln. Dies machen wir aber ohne Druck», sagte Baumert. Nach NADA-Angaben sind 2008 vom DFB 1419 Wettkampftests angeordnet worden, 25 Prozent davon wurden auch auf das Blutdopingmittel EPO untersucht.
Die NADA erkennt jedoch an, dass der DFB aus dem Fall Hoffenheim gelernt und Konsequenzen gezogen hat. Für die kommenden Spielzeiten der beiden Bundesligen und der 3. Liga hat der DFB seine Anti-Doping-Richtlinien verbessert. Sichtbares Zeichen der Veränderung sind ausgebildete Chaperons in den Stadien, die die ausgelosten Spieler zur Doping-Kontrolle begleiten werden. Bisher haben die Vereinsärzte sich um das Test-Prozedere ihrer Spieler gekümmert. Auslöser für die Neuerung waren Unregelmäßigkeiten bei Doping- Tests von zwei Profis des Clubs 1899 Hoffenheim am 7. Februar nach der Partie gegen Borussia Mönchengladbach. Die Spieler Andreas Ibertsberger und Christoph Janker wussten nicht, dass sie zur Kontrolle ausgelost worden waren und wurden freigesprochen. Der Bundesligist Hoffenheim wurde dagegen wegen eines Verstoßes gegen die Doping-Richtlinien zu einer Geldstrafe von 75 000 Euro verurteilt. «Der DFB ist durch den Fall Hoffenheim schlauer geworden», resümierte Baumert. «Es ist erfreulich, dass der DFB ein verlässlicher Partner ist, der im Anti-Doping-Kampf eine Vorreiterrolle übernimmt.» |