Paukenschlag in Mainz: Trainer Andersen entlassen
Mainz (dpa) - 03.08.2009, 16:52 Uhr
Thomas Tuchel lacht auf der Pressekonferenz im Bruchwegstadion in Mainz.
Nur 71 Tage nach der umjubelten Rückkehr ins Fußball-Oberhaus hat sich der FSV Mainz 05 von Aufstiegs-Held Jörn Andersen getrennt und mit der 333. Trainer-Entlassung der Bundesliga-Geschichte schon vor dem Saisonauftakt für einen Paukenschlag gesorgt. «Wir haben als Mainz 05 ein klares Anforderungsprofil, wie ein Trainer mit der Mannschaft und im Verein arbeiten soll. Unsere Stärken sind Teamwork, die Nähe zur Mannschaft und die interne Kommunikation. Unser Ansatz und der von Jörn Andersen haben nicht mehr übereingestimmt, weil der Trainer sich in eine andere Richtung entwickelt hat», begründete Manager Christian Heidel die Entscheidung. Zum neuen Chef avancierte praktisch über Nacht der bisherige U 19- Trainer Thomas Tuchel. Der 35-Jährige erhält beim Aufsteiger einen Zweijahresvertrag bis zum 30. Juni 2011. «Das ist auch für mich eine große Überraschung. Ich lebe jetzt meinen Traum», sagte Tuchel. Der Ex-Profi, der in seiner aktiven Laufbahn für die Stuttgarter Kickers und den SSV Ulm spielte, hatte die Junioren der Rheinhessen in der vergangenen Saison überraschend zur deutschen Meisterschaft geführt.
In einer Sitzung am Abend des 2. August hatte sich der Vorstand einstimmig zu dem Schritt entschlossen; am folgenden Tag wurde die Mannschaft darüber informiert. «Das ist der Endpunkt einer Entwicklung, die schon im vergangenen Jahr begonnen hat. Jörn Andersen war nicht bereit, auf unseren Weg zurückzukehren», sagte Heidel. Neben dem Norweger wurde auch Co-Trainer Jürgen Kramny freigestellt. Andersen, der nach dem Aufstieg am 24. Mai frenetisch gefeiert worden war, reagierte enttäuscht auf seine Entlassung. «Wir haben lange zusammen gesessen. Aber wir haben in unseren Auffassungen über die gemeinsame Arbeit keine gemeinsame Linie mehr gefunden. Das ist sehr schade, ich bedauere die Entscheidung des Vereins sehr, aber unsere Vorstellungen waren einfach zu unterschiedlich. Wir gehen nicht im Bösen auseinander», sagte er. |