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Mainz trennt sich von Andersen - Tuchel kommt

Mainz (dpa) - 03.08.2009, 16:19 Uhr

Thomas Tuchel lacht auf der Pressekonferenz im Bruchwegstadion in Mainz.
Thomas Tuchel lacht auf der Pressekonferenz im Bruchwegstadion in Mainz.

Nur 71 Tage nach der umjubelten Rückkehr ins Fußball-Oberhaus hat sich der FSV Mainz 05 von Aufstiegs-Held Jörn Andersen getrennt und mit der 333. Trainer-Entlassung der Bundesliga-Geschichte schon vor dem Saisonauftakt für einen Paukenschlag gesorgt.

«Wir haben als Mainz 05 ein klares Anforderungsprofil, wie ein Trainer mit der Mannschaft und im Verein arbeiten soll. Unsere Stärken sind Teamwork, die Nähe zur Mannschaft und die interne Kommunikation. Unser Ansatz und der von Jörn Andersen haben nicht mehr übereingestimmt, weil der Trainer sich in eine andere Richtung entwickelt hat», begründete Manager Christian Heidel in einer Pressemitteilung die Entscheidung.

In einer Sitzung hatte sich der Vorstand einstimmig zu dem Schritt entschlossen; danach wurde die Mannschaft darüber informiert. Den Nachfolger für den 46 Jahre alten Norweger will der Verein nun auf einer Pressekonferenz präsentieren. Laut bild.de soll U19-Trainer Thomas Tuchel das Amt übernehmen, da sich die Rheinhessen auch von Co-Trainer Jürgen Kramny getrennt haben.

Die Nachfolge von Andersen tritt Thomas Tuchel an, gab der Verein auf einer Pressekonferenz bekannt. Der 35-jährige Tuchel erhält beim Aufsteiger einen Zweijahresvertrag bis zum 30. Juni 2011. Der frühere Profi, der in seiner aktiven Laufbahn für die Stuttgarter Kickers und den SSV Ulm spielte, hatte die U 19-Junioren der Rheinhessen in der vergangenen Saison überraschend zur deutschen Meisterschaft geführt.

Andersen, der nach dem Aufstieg am 24. Mai frenetisch gefeiert worden war, reagierte enttäuscht auf seine Entlassung. «Wir haben lange zusammen gesessen. Aber wir haben in unseren Auffassungen über die gemeinsame Arbeit keine gemeinsame Linie mehr gefunden. Das ist sehr schade, ich bedauere die Entscheidung des Vereins sehr, aber unsere Vorstellungen waren einfach zu unterschiedlich. Wir gehen nicht im Bösen auseinander», sagte er.


Schon vor dem Pokal-Aus durch das 1:2 beim Viertligisten VfB Lübeck waren aus dem Mannschaftskreis Vorwürfe an der Arbeit Andersens laut geworden. Dass der frühere Bundesliga-Profi mit seinen Spielern nicht mehr auf einer Wellenlänge lag, bestätigte FSV-Präsident Harald Strutz zumindest indirekt. «Wir haben diese Entwicklung beobachtet, intern ausführlich diskutiert und Jörn Andersen in einigen Gesprächen unsere Vereins-Philosophie klar gemacht. Am Ende müssen wir festhalten, dass seine und unsere Vorstellungen von der gemeinsamen Arbeit nicht mehr miteinander vereinbar waren», sagte Strutz.

Fünf Tage vor dem Saisonstart gegen Bayer Leverkusen zog der Verein daher die Reißleine. Laut Strutz sei es «konsequenter und auch ehrlicher, einen klaren Schnitt zu machen, als eine Entscheidung mit halbgaren Treueschwüren aufzuschieben». Dem Coach gebühre dennoch Dank für die Leistung im Vorjahr. «Wir wünschen ihm für seine weitere Karriere alles Gute. Uns ist wichtig, dass wir uns auch weiterhin in die Augen schauen können», betonte Strutz.

Andersen war nach dem Zweitliga-Abstieg mit Kickers Offenbach am 1. Juli 2008 als Nachfolger von Jürgen Klopp zu den Mainzern gekommen und hatte den Verein ins Oberhaus zurückgeführt. In der diesjährigen Saisonvorbereitung unter dem als Disziplin-«Fanatiker» geltenden Trainer häuften sich jedoch die Verletzungen im Kader. Zeitweilig bis zu 14 Spieler waren nicht einsatzfähig. Andersen hatte eine Schuld an der Misere bis zuletzt jedoch vehement zurückgewiesen.

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