Mainz trennt sich von Trainer Andersen
Mainz (dpa) - 03.08.2009, 14:57 Uhr
Trainer Jörn Andersen ist in Mainz entlassen worden.
Nur 71 Tage nach der umjubelten Rückkehr ins Fußball-Oberhaus hat sich der FSV Mainz 05 von Aufstiegs-Held Jörn Andersen getrennt und mit der 333. Trainer-Entlassung der Bundesliga-Geschichte schon vor dem Saisonauftakt für einen Paukenschlag gesorgt. «Wir haben als Mainz 05 ein klares Anforderungsprofil, wie ein Trainer mit der Mannschaft und im Verein arbeiten soll. Unsere Stärken sind Teamwork, die Nähe zur Mannschaft und die interne Kommunikation. Unser Ansatz und der von Jörn Andersen haben nicht mehr übereingestimmt, weil der Trainer sich in eine andere Richtung entwickelt hat», begründete Manager Christian Heidel in einer Pressemitteilung die Entscheidung. In einer Sitzung hatte sich der Vorstand einstimmig zu dem Schritt entschlossen; danach wurde die Mannschaft darüber informiert. Den Nachfolger für den 46 Jahre alten Norweger will der Verein nun auf einer Pressekonferenz präsentieren. Laut bild.de soll U19-Trainer Thomas Tuchel das Amt übernehmen, da sich die Rheinhessen auch von Co-Trainer Jürgen Kramny getrennt haben.
Andersen, der nach dem Aufstieg am 24. Mai frenetisch gefeiert worden war, reagierte enttäuscht auf seine Entlassung. «Wir haben lange zusammen gesessen. Aber wir haben in unseren Auffassungen über die gemeinsame Arbeit keine gemeinsame Linie mehr gefunden. Das ist sehr schade, ich bedauere die Entscheidung des Vereins sehr, aber unsere Vorstellungen waren einfach zu unterschiedlich. Wir gehen nicht im Bösen auseinander», sagte er. Schon vor dem Pokal-Aus durch das 1:2 beim Viertligisten VfB Lübeck waren aus dem Mannschaftskreis Vorwürfe an der Arbeit Andersens laut geworden. Dass der frühere Bundesliga-Profi mit seinen Spielern nicht mehr auf einer Wellenlänge lag, bestätigte FSV-Präsident Harald Strutz zumindest indirekt. «Wir haben diese Entwicklung beobachtet, intern ausführlich diskutiert und Jörn Andersen in einigen Gesprächen unsere Vereins-Philosophie klar gemacht. Am Ende müssen wir festhalten, dass seine und unsere Vorstellungen von der gemeinsamen Arbeit nicht mehr miteinander vereinbar waren», sagte Strutz. |