Broich-Ausfall stört die «Club»-Harmonie nicht
Abtwil (dpa) - 21.07.2009, 11:35 Uhr
Thomas Broich hat sich beim Training des 1. FC Nürnberg verletzt.
Der prominenteste Neuzugang ist außer Gefecht, trotzdem blickt der 1. FC Nürnberg ganz entspannt seinem Bundesliga-Comeback entgegen. Die Verletzung von Thomas Broich hat der Harmonie im Trainingslager des Fußball-Altmeisters in der Schweiz nichts anhaben können. Unruhig, sagt Sportdirektor Martin Bader, sollen doch die anderen werden. Gelassen blickt er auf das Transfertheater, das vornehmlich auf den Vereinsbühnen in anderen Bundesliga-Städten gegeben wird. Gemeinsam mit Trainer Michael Oenning will Bader auch eine Etage höher jener Mannschaft das Vertrauen schenken, die sich nach einer misslungen Hinrunde doch noch zum Aufstieg gekämpft hat - und spät auch spielerisch ein wenig überzeugt hat. Thomas Broich kam aus Köln, er ist der einzige richtige Neue, der schon Erfahrung im Oberhaus gesammelt hat, fällt aber nach einem Außenbandabriss im rechten Sprunggelenk zwei bis drei Wochen aus. Vom Nachwuchs des VfL Bochum hat Oenning, früher dort in der Jugendarbeit tätig, Stürmer Güngör Kaya und Verteidiger Tomasz Welnicki an die Noris gelockt. Junge Spieler, die im Trainingslager in Abtwil/Schweiz ihr Potenzial andeuten, für die ein Platz in der ersten Elf zum Liga- Start am 8. August gegen Schalke 04 aber noch zu früh kommen würde.
Es sind vornehmlich diejenigen, die den Aufstieg geschafft haben, denen Oenning vertraut. Ein wenig hat das für ihn mit Anstand gegenüber verdienten Akteuren zu tun. Ein wenig auch damit, dass der Verein gut haushalten muss, wenngleich Bader sagt, dass man durchaus noch Geld für einen Transfer in der Hinterhand habe. Im Test gegen Fenerbahce Istanbul (3:3) am vergangenen Samstag konnte man erahnen, wie er aussehen wird, der Erstliga-«Club». Tags zuvor hatten sich die Reservisten gegen den Schweizer Zweitligisten Winterthur beim 3:1 schadlos gehalten, gegen Fenerbahce schickte Oenning dann seine derzeit wohl stärkste Elf aufs Feld. Im Tor stand Raphael Schäfer, vor einem Jahr beim VfB Stuttgart gescheitert, der beim FCN wieder zum besten Zweitliga-Keeper wurde. Vor ihm verteidigten Dennis Diekmeier, Kapitän Andreas Wolf, Javier Pinola und Pascal Bieler. Andreas Wolf, im Endspurt der Vorsaison am Knie verletzt, «fehlt nicht mehr viel, bis er wieder bei 100 Prozent ist» (Oenning). Die Abwehr war im Vorjahr das Prunkstück - sie soll es wieder werden. Nur den im Abwehrzentrum eigentlich gesetzten Dominic Maroh plagen noch die Nachwirkungen einer Schulterblessur. Oenning übt sich in Geduld. Nur wenn der Saisonstart vollkommen misslingt, will man am Transfermarkt noch einmal aktiv werden. Oder wenn die Gelegenheit günstig ist. Offensichtlich steht der «Club» in Verhandlungen mit dem Norweger Harvard Nordtveit. Der 19 Jahre alte Defensiv-Spezialist ist noch bis zum 1. August vom FC Arsenal an den norwegischen Erstligisten Lilleström SK ausgeliehen. In der Offensive macht man sich trotz Broichs Ausfall keine Sorgen. Marek Mintal, im Vorjahr schon zum vierten Mal in seiner FCN-Zeit Torschützenkönig geworden, Rückkehrer Angelos Charisteas und der Aufstiegssturm mit Isaac Boakye und Christian Eigler sollten für ausreichend Qualität bürgen - gerade mit Blick auf das bescheiden angesetzte Saisonziel Klassenverbleib.
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