Zweite Jugendwelle beim 1. FC Nürnberg
St. Gallen (dpa) - 16.07.2009, 11:02 Uhr
Oenning (r) posiert Reutershahn (Co-Trainer) sowie Broich, Kaya und Welnicki (v.l.)
Mit jungen Talenten ist der 1. FC Nürnberg in die Fußball-Bundesliga zurückgekehrt - jetzt rollt die zweite Jugendwelle beim fränkischen Altmeister. In Tomasz Welnicki und Güngör Kaya aus dem Talentschuppen des VfL Bochum sowie Eigengewächs Jonatan Kotzke sind drei vielversprechende Jung-Profis auf dem Sprung in die erste Mannschaft des Aufsteigers, nachdem der im Winter verpflichtete Ex-Bochumer Ilkan Gündogan bereits in der 2. Liga zum Einsatz gekommen ist. Auch beim Unternehmen Klassenerhalt setzt der «Club» auf die junge Mannschaft. «Sie genießt unser volles Vertrauen», betont FCN-Manager Martin Bader. Mit den U19-Europameistern Dennis Diekmeier und Marcel Risse sowie Dominic Maroh haben die Nürnberger in der vergangenen Saison in der 2. Liga beste Erfahrungen gemacht. Schon in den bisherigen Testspielen deutete sich an, dass FCN-Trainer Michael Oenning mit der Verpflichtung seiner ehemaligen Schützlinge aus der Bochumer Jugend alles richtig gemacht hat. Im Trainingslager in St. Gallen in der Schweiz mit Testspielen gegen den FC Winterthur und gegen den Daum-Club Fenerbahce Istanbul wollen die «jungen Wilden» den internen Konkurrenzkampf weiter ankurbeln.
Der 19-jährige Wirbelwind Kaya bringt spielerisch schon alles mit, um seinen Sturmkonkurrenten Christian Eigler, Isaac Boakye und Angelos Charisteas Dampf zu machen. «Er ist ein Schlitzohr, sehr schnell und macht viele Tore», berichtet Oenning über den Stürmer, der vor dem Einzug ins Trainingsquartier beim 1:0-Testspielsieg gegen den SC Pfullendorf das Siegtor erzielte. Der Pole Welnicki (19) wurde als Ersatz für den zu Bayer Leverkusen zurückgekehrten Stefan Reinartz verpflichtet und bietet sich für die Innenverteidigung an. «Er kann eine Bereicherung werden», meint Oenning. Ähnliches gilt für den 18-jährigen Deutsch-Türken Gündogan, der in den Testspielen seine Qualitäten im Mittelfeld andeutete. Thomas Broich (1. FC Köln) ist der einzige namhafte Neuzugang beim neunfachen deutschen Meister. Dabei wird es wohl bleiben, denn Oenning will nur noch im Notfall auf dem Transfermarkt aktiv werden. «Wir wollten das gewachsene Gefüge unseres Teams nicht zerstören und haben deshalb ganz bewusst wenig geändert», stellt der Coach heraus. Oennings Vorliebe für junge Spieler wird von Manager Bader geteilt. «Unsere jungen Leute haben wiederholt bewiesen, dass sie mithalten können», meint der Sportdirektor. Auch Kapitän Andreas Wolf ist davon überzeugt, «dass die Mannschaft die Qualität hat, um den Klassenerhalt zu schaffen». In Zukunft will der «Club» die Ausbildung und Förderung junger Spieler noch intensivieren. Im Herbst 2010 soll am Valznerweiher in Nürnberg ein fünf Millionen Euro teures Nachwuchsleistungszentrum mit Jugendinternat eröffnet werden.
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