Berlin (dpa) - 15.07.2009, 15:36 Uhr

Hertha BSC Berlin Fanartikel
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Mit Kritik an den Ordnungskräften hat Fußball-Bundesligist Hertha BSC auf die Übergriffe von Hooligans vor und während des Testspiels bei Ferencváros Budapest reagiert.
«Hertha BSC hat alles getan, um seine Fans zu schützen, das ist selbstverständlich für uns. Aber die Reaktion der ungarischen Sicherheitskräfte war alles andere als optimal», sagte Sport- Geschäftsführer Michael Preetz. «Wir hatten große Sorge um unsere Fans und die Journalisten.»
Die Berliner werden sowohl beim ungarischen Fußball-Verband als auch bei Gegner Ferencváros noch schriftlich gegen die Vorfälle am Rande des 2:0-Sieges am 14. Juli protestieren. Darin will der Club um Aufklärung bitten, da sich zwar Polizisten vor dem Stadion aufhielten, nach Angaben der acht mitgereisten Berliner Journalisten aber nicht einschritten. Ferencváros hätte die Polizisten nach Hertha-Informationen ausdrücklich ins Stadion bitten müssen.
Nach Vereinsangaben erlitten drei der 20 Hertha-Fans bei den Übergriffen außerhalb des Florian-Albert-Stadions Verletzungen. Einer von ihnen blutete nach einem Flaschenwurf stark über dem Auge und wurde vom Hertha-Arzt geklammert, einer erlitt einen Nasenbeinbruch, einer bei einem Sturz einen Fingerbruch.
Die Berliner Medienvertreter flüchteten vor den Hooligans, die auch «Heil Hitler» und «Sieg Heil» riefen, kurzzeitig in eine Stadiontoilette und kamen mit dem Schrecken davon. Im Stadion versuchten die Anhänger, den Berliner Fan-Block zu stürmen und tauchten später auch unterhalb der Pressetribüne auf. Ferencváros-Trainer Bobby Davison entschuldigte sich unmittelbar nach der Partie bei seinem Hertha-Kollegen Lucien Favre für die Ausschreitungen. Mannschaft und Journalisten wurden nach dem Spiel zum Flughafen eskortiert und kehrten über Graz noch in der Nacht in das Trainingslager im österreichischen Stegersbach zurück.
In Ungarns Medien fanden die Vorfälle zunächst keine große Beachtung. Die Ferencváros-Fans gelten dort als berüchtigte Schläger. Aus ihrem Kreis rekrutiert sich ein großer Teil der Randalierer, die in Ungarn auch aus anderen Anlässen für Krawalle sorgen.