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Rummenigge verteidigt Ribéry - Lucio vor Abgang?

München (dpa) - 15.07.2009, 14:22 Uhr

Franck Ribery musste erneut eine Trainingseinheit auslassen.
Franck Ribery musste erneut eine Trainingseinheit auslassen.

Nach Manager Uli Hoeneß hat auch Karl-Heinz Rummenigge den von Real Madrid umworbenen französischen Fußball- Nationalspieler Franck Ribéry öffentlich in Schutz genommen.

Der in der Saison-Vorbereitung wegen einer Schleimbeutelentzündung am linken Knie erneut mit dem Training aussetzende Mittelfeldspieler sei «weder ein Querulant noch ein Simulant oder ein Stinkstiefel», betonte Rummenigge in den Zeitungen «Die Welt» und «tz». Der Mittelfeldspieler verhalte sich «absolut korrekt», so Rummenigge.

Trotz seiner Knie-Blessur soll Ribéry am 16. Juli mit ins Trainingslager nach Donaueschingen reisen, gemeinsam mit den nach ihrem Einsatz beim Confederations Cup in Südafrika verspätet in die Vorbereitung einsteigenden Nachzüglern Luca Toni und Lucio.

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Die Zukunft des Brasilianers Lucio bleibt aber ungewiss. «Wir wissen, dass er sich mit einem Abgang befasst. Das hat uns sein Berater Sandro Becker mitgeteilt», sagte Rummenigge und signalisierte Gesprächsbereitschaft. «Wenn er einen Verein findet, werden wir uns damit auseinandersetzen. Aber Stand heute gibt es keinen Club.»

Als «völlig normal» bezeichnete es Rummenigge, dass sich Ribéry mit dem Angebot von Real befasse. Hoeneß zeigte im Magazin «stern» sogar Verständnis dafür, dass die Millionen-Offerte dem Bundesliga- Star den Kopf verdreht hat. «Ich verstehe Franck total. Da geht es um Summen, die wir uns alle gar nicht vorstellen können, und der Kerl ist erst 26», sagte er in einem «stern»-Interview und ergänzte zur möglichen Unruhe im Team: «Ich möchte mal unsere anderen Spieler sehen, wie die reagieren, wenn sie so ein Angebot von Real Madrid hätten wie Franck. Ob sie dann auch alle bei uns bleiben wollten?»


Nach Informationen der «Sport Bild» soll sich auch der FC Barcelona erneut beim FC Bayern nach Ribéry erkundigt haben. Der deutsche Rekordmeister hat bislang alle Anfragen abgeblockt, er soll eine Ablösesumme von 80 Millionen Euro aufgerufen haben. «Wir lassen uns von keinem Menschen der Welt unter Druck setzen», hatte Hoeneß abermals erklärt und klargestellt, dass der FC Bayern das letzte Wort habe: «Wir sind diejenigen, die etwas entscheiden.»

Heftige Kritik übte Rummenigge an der Spielervereinigung FIFPro, die Ribéry mit Verweis auf den Artikel 17 des FIFA-Transferstatuts «zum Vertragsbruch» aufgefordert habe. Der umstrittene Paragraf könnte dem Franzosen einen vorzeitigen und preisgünstigen Wechsel zu einem ausländischen Verein 2010 ermöglichen. Dann hätte Ribéry die geschützten drei Jahre seines bis 30. Juni 2011 laufenden Kontraktes in München erfüllt. «Ich finde es absurd, dass eine 'Gewerkschaft' einen Spieler, der Millionen verdient, zum Vertragsbruch auffordert. Hier ist eine Grenze überschritten, die nicht mehr akzeptiert wird», äußerte Rummenigge in einer Presseerklärung als Vorsitzender der Europäischen Clubvereinigung (ECA).

Er wies die Behauptung, die Clubs würden als eine Art Kartell die FIFA-Regeln unterlaufen, zurück. «Zu den falschen Vorwürfen der FIFPro, die ECA sei ein 'gentlemens agreement' zum Ausschluss von Artikel 17 des FIFA-Reglements eingegangen, macht die ECA deutlich, dass eine solche Absprache, gleich welcher Art, nicht existiert.»

Die ECA fordert die FIFPro ihrerseits auf, ihre Behauptungen zurückzunehmen und zugleich vom Verleiten zum Vertragsbruch Abstand zu nehmen. Die Clubs behalten sich laut Rummenigge das Recht vor, von jedem Dritten, der Spieler zum Vertragsbruch verleitet, Schadenersatz zu fordern.

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