Bayern-Ultimatum an Ribéry - Lucio vor Wechsel
München (dpa) - 07.07.2009, 16:55 Uhr
Trainer Louis van Gaal (l) legt Franck Ribery beim Training die Hand auf die Schulter.
Bayern München will mit einem Ultimatum das Transfer-Theater um Franck Ribéry schnell beenden, aber das Personalkarussell beim deutschen Fußball-Rekordmeister dreht sich munter weiter. Nach Informationen des englischen TV-Senders «Sky Sports» steht Abwehrchef Lucio unmittelbar vor einem Wechsel zu Manchester City in die Premier League. Eine Delegation des zweifachen englischen Meisters soll in Berlin abschließende Verhandlungen mit Bayern-Vertretern geführt haben. Als Ablöse für den 31 Jahre alten Kapitän der brasilianischen Nationalmannschaft sind sieben Millionen Euro im Gespräch. Lucio soll schon in den kommenden Tagen in Manchester vorgestellt werden. Trotz seines noch bis Saisonende 2010 gültigen Vertrages kokettiert Lucio schon seit längerem mit einem vorzeitigen Abschied. Erst hatte er sich über die angeblich geringe Wertschätzung der Bayern-Bosse geärgert, jetzt muss der Innenverteidiger um seinen Stammplatz bangen. In einem Interview hatte Trainer Louis van Gaal kürzlich einen Konkurrenzkampf im Abwehrzentrum angeheizt, dem sich auch Lucio stellen müsse: «Wir haben mit ihm, Demichelis, van Buyten und Breno viele Innenverteidiger, die einen starken rechten Fuß haben. Aber ich sehe nur diese eine Position für diese Spieler.»
Beim Hickhack um Ribéry scheinen die Bayern unterdessen mit ihrer Geduld am Ende zu sein. Nach Informationen der «Bild»-Zeitung hat der Club dem Franzosen ein Ultimatum gestellt: Spätestens bis zum Start des Trainingslagers am 16. Juli in Donaueschingen wollen die Bayern Klarheit über Ribérys sportliche Zukunft. Laut «Bild» will der Club den von Real Madrid umworbenen französischen Nationalspieler nicht unter 80 Millionen Euro verkaufen. Die Bayern wollen nichts von einem Ultimatum und einem Real-Angebot wissen. «Bisher hat ein Club mal ein Angebot gemacht. Und der heißt nicht Real Madrid», sagte Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge «Sport Bild online». Rummenigge stellte klar, dass man keine Preistreiberei mache: «Wir pokern nicht. Wir wollen den Spieler behalten. Real hat uns mehrmals um Gespräche gebeten. Diese Tür haben wir nicht einmal einen Spalt aufgemacht.» Dass dies Ribéry und seinem Berater nicht gefalle, sei nicht zu ändern, «das Hemd des FC Bayern ist uns eben näher.» |