Geduldsspiel um van Gaal - Verwirrung um Diego
München (dpa) - 12.05.2009, 21:25 Uhr
Louis van Gaal blickt beim Alkmaar-Spiel gegen Heerenveen auf das Feld.
Das Geduldsspiel um Wunschtrainer Louis van Gaal nimmt kein Ende - und die Spekulationen um Spielmacher Diego und einen Wechsel zum FC Bayern München werden immer verrückter. «Der teuerste Transfer aller Zeiten in der Bundesliga nimmt immer konkretere Formen an», meldete die «Bild»-Zeitung und berichtete von einem Treffen zwischen Diegos Vater mit dem Fußball-Rekordmeister. In «kicker online» behauptete dagegen der Schweizer Spielerberater Giacomo Petralito: «Diegos Wechsel zu Juventus Turin ist längst perfekt. Alle drei Parteien haben unterschrieben.» Diegos bisheriger Arbeitgeber Werder Bremen dementierte jedoch, dass der Brasilianer den Bundesligisten verlassen werde und es eine Einigung mit einem anderen Verein gebe. «Das kann ich nicht bestätigen», sagte Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs der Deutschen Presse-Agentur dpa. Auch Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge dementierte einen Wechsel: «Nein, das kann ich nicht bestätigen», sagte er im Pay-TV.
Petralito hat im Auftrag von Diego die Verhandlungen zwischen dem italienischen Rekordmeister begleitet. Die Unterschriften seien laut «kicker.de» bereits erfolgt, als die Turiner Delegation mit Geschäftsführer Jean-Claude Blanc und Sportdirektor Alessio Secco an der Weser zu abschließenden Vertragsgesprächen erschienen war. Diego soll nach Petralitos Angaben einen Fünfjahres- Vertrag bei «Juve» bekommen. Laut «Bild» wechselt Diego für 25 bis 30 Millionen Euro nach München, wo er einen Vierjahres-Vertrag erhalten soll. Als möglicher Neuzugang der Bayern wird auch Torjäger Mario Gomez vom VfB Stuttgart gehandelt. «Dass Gomez ein sehr guter Spieler ist, hat sich auch bis zum FC Bayern herumgesprochen. Trotzdem werden wir die Kaderplanung nur mit dem neuen Trainer angehen», bekräftigte Rummenigge in einem Interview der «tz». «Wenn fest steht, wer in der Saison 2009/10 unser neuer Trainer ist, werden wir entscheiden, ob Personalien wie Gomez oder Diego von uns vorangetrieben werden.» |
Mit einer schnellen Einigung mit van Gaals Verein AZ Alkmaar ist nicht zu rechnen. «Mit dem Trainer, das wird noch ein paar Tage dauern», sagte Rummenigge im Premiere-Interview. «Ich glaube nicht, dass das diese Woche noch etwas wird», zitierte «De Telegraaf» den 57-jährigen van Gaal. «Wir haben keinen Anlass, pessimistisch zu denken. Ich gehe davon aus, dass Louis van Gaal dort eine Lösung finden wird», sagte Rummenigge der «Bild»-Zeitung - und lehnte einen Plan B weiter ab. «Wir tun gut daran, die Dinge entspannt abzuwarten. Wir wissen, dass Louis van Gaal in Gesprächen mit dem Herrn Scheringa ist.» Mit Alkmaars Clubchef Dirk Scheringa sucht van Gaal offenbar nach einer einvernehmlichen Lösung. «Alles ist in der Schwebe», sagte van Gaal am Rande eines Empfangs zum Saisonabschluss des niederländischen Meisters zu seinem möglichen Wechsel an die Isar. Beeinflussen kann der FC Bayern die Entscheidung nach van Gaals Worten derzeit nicht. «Das ist eine Sache für die fünf Leute, die diesen Club leiten. Wir haben immer alles in diesem Fünferkreis besprochen und gelöst. Und ich finde, dass es auch hier einen Ausweg geben muss.» Ob die früheren Bemühungen um den Stuttgarter Angreifer Gomez angesichts des anstehenden Weggangs von Lukas Podolski wieder intensiviert werden sollen, wollte Rummenigge noch nicht sagen. «Ich kann zum Transfermarkt im Moment keine seriöse Aussage tätigen. Diese Dinge werden wir mit dem neuen Trainer besprechen.» Dass aber auch mit Blick auf die internationalen Ansprüche des FC Bayern ein weiterer Stürmer neben dem Duo Miroslav Klose und Luca Toni benötigt wird, ist in der Münchner Führungsetage unstrittig. Langfristig gehalten werden soll auch Franck Ribéry, mit dem der Verein «zu einem passenden Zeitpunkt» über eine vorzeitige Verlängerung des bis 2011 laufenden Vertrages sprechen will. «Wir wollen ja nicht Kasse machen - wir wollen Klasse haben», sagte Rummenigge der «Abendzeitung».
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