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FCB-Coach Klinsmann wankt - KSC schöpft Hoffnung

Düsseldorf (dpa) - 26.04.2009, 12:56 Uhr

Trainer Jürgen Klinsmann und Manager Uli Hoeneß sitzen unzufrieden auf der Bank.
Trainer Jürgen Klinsmann und Manager Uli Hoeneß sitzen unzufrieden auf der Bank.

Hoch gehandelt, tief gefallen - dem im Sommer mit viel Vorschusslorbeeren bedachten FC Bayern München droht eine Saison ohne Titel.

Alle Hoffnungen auf eine nachhaltige Trendwende in der bisher missratenen Amtszeit von Trainer Jürgen Klinsmann entpuppen sich mehr und mehr als Wunschdenken. Nach dem 0:1 des Rekordmeisters gegen den FC Schalke waren die wütenden «Klinsmann- raus»-Rufe von den Rängen erneut unüberhörbar. Selbst die Champions-League-Qualifikation als Minimal-Ertrag ist nach dem Sturz auf Rang drei gefährdet. Präsident Franz Beckenbauer sprach Klartext: «Man kann noch so viel Ruhe ausstrahlen. Es fehlen einfach die Ergebnisse. Das Heimspiel gegen Gladbach muss gewonnen werden. Sonst wird es für Jürgen eng, das weiß er auch.»

Neben den Punkten verloren die Bayern auch noch Franck Ribéry, der die gelb-rote Karte sah. Zudem mussten die Münchner die nahezu perfekte Kahn-Parodie von Schalke-Keeper Manuel Neuer ertragen. In Anspielung auf den Meisterjubel des ehemaligen Bayern-Torhüters im Jahr 2001, als die Münchner den Revierclub in einem atemberaubenden Fernduell in letzter Sekunde um die Meisterschale brachten, riss Neuer die Eckfahne aus dem Boden, zog sie sich vor die Brust und sank auf den Rasen. «Da kam die Erinnerung hoch von 2001. Es war ein bisschen Genugtuung für mich», bekannte der Schalker Schlussmann.

Selbst der Patzer des Hamburger SV spendete den Bayern kaum Trost. Nur wenige Tage nach dem Aus im Pokal-Halbfinale gegen Bremen mussten die Norddeutschen beim 0:2 in Dortmund einen neuerlichen Rückschlag hinnehmen. HSV-Trainer Martin Jol wirkte ähnlich nachdenklich wie seine Profis: «Die Gefahr ist groß, dass wir alles verspielen.» Ausgerechnet in der entscheidenden Phase der Saison scheint den Hamburgern die Luft auszugehen. Im Fall einer weiteren Pleite im nun anstehenden UEFA-Cup-Halbfinale gegen Bremen droht dem HSV ein ähnliches Schicksal wie jenem tragischen Leverkusener Team, das 2002 im Saisonendspurt nach drei Titeln griff, aber am Ende leer ausging.

Der VfB Stuttgart nutzte die Gunst der Stunde und zog nach dem fünften Sieg in Serie mit den Münchnern und Hamburgern (alle 54 Punkte) gleich. Obwohl die Champions League damit in greifbare Nähe gerückt ist und selbst die Meisterschaft noch möglich scheint, hielt sich Horst Heldt mit mutigen Prognosen zurück. «Der UEFA-Cup ist ein schönes Ziel. Das werden wir weiter verfolgen», sagte der VfB-Manager nach dem 2:0 über Frankfurt. Neben dem VfB profitierte auch Hertha BSC (55) vom turbulenten Geschehen am 29. Spieltag. Das 1:0 beim seit elf Spielen sieglosen Herbstmeister Hoffenheim bescherte den Berlinern den zweiten Tabellenplatz. «Wenn wir nächste Woche in Hamburg gewinnen, ist alles möglich», sagte Manager Dieter Hoeneß.


Berechtigte Hoffnungen auf einen internationalen Startplatz dürfen sich auch der FC Schalke (49) und Borussia Dortmund (49) machen. Die Revierrivalen eilten zuletzt im Gleichschritt von Sieg zu Sieg. Schalke gewann viermal, der BVB gar fünfmal nacheinander.

Für das Tor des Spieltages sorgte Sebastian Langkamp. Nach seinem total verrückten Glücksschuss aus 46,5 Metern wurde der Jungprofi von seinen Karlsruher Profi-Kollegen wie ein Lebensretter gefeiert. Der Treffer zum 1:0-Sieg bei Bayer Leverkusen, zufälliges Produkt einer Abwehraktion, gab dem zuvor in neun Spielen sieglosen Schlusslicht (22) den Glauben an den Klassenverbleib zurück. «Ein geiles Gefühl. Ich dachte, der Ball geht auf die Tribüne», kommentierte Langkamp.

Dagegen verspielte der Tabellen-14. VfL Bochum (28) einen «Big Point». Trotz einer 2:0-Pausenführung unterlag das Team von Marcel Koller mit 2:3 in Bremen. Werder-Keeper Tim Wiese, der am Mittwoch im Duell mit dem HSV den Weg ins Pokal-Endspiel geebnet hatte, fand nur wenige Tage vor dem ersten UEFA-Cup-Halbfinale gegen den derzeitigen Dauerrivalen Hamburg deutliche Worte der Kritik. «Das war zu gut deutsch Arbeitsverweigerung. Da hätte unsere C-Jugend besser gespielt», urteilte er ungeachtet der furiosen Aufholjagd.

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