Nächster Rückschlag: HSV schwächelt auf Zielgerade
Hamburg (dpa) - 26.04.2009, 13:29 Uhr
HSV-Torwart Frank Rost ärgert sich beim Spiel in Dortmund.
Noch zu Wochenbeginn herrschte Euphorie, nur wenige Tage später Ernüchterung. Abgekämpft, geschlagen und verärgert schlichen die Profis des Hamburger SV nach dem 0:2 (0:1) bei Borussia Dortmund vom Feld. Am Ende einer schwarzen Woche mit dem Aus im Pokal-Halbfinale gegen Bremen und der bereits achten Bundesliga-Auswärtsschlappe war von der Hoffnung auf ein glorreiches Saisonfinale wenig geblieben. HSV-Trainer Martin Jol wirkte ähnlich nachdenklich wie seine Profis: «Die Gefahr ist groß, dass wir alles verspielen.» Sportchef Dietmar Beiersdorfer versuchte, die beschädigte Moral mit Durchhalteparolen wieder aufzubessern: «Wir dürfen jetzt nicht die Flinte ins Korn werfen. Bislang spielen wir eine grandiose Saison.» Es gebe keinen Grund alles schlecht zu machen, befand Vorstandschef Bernd Hoffmann: «Wir nehmen die Abgesänge zur Kenntnis, aber nicht ganz so ernst. Man kann nicht erwarten, alle drei Wettbewerbe zu gewinnen, das ist doch Unsinn». Die Müdigkeit nach 46 Pflichtspielen will er nicht als Begründung für die beiden Niederlagen in vier Tagen gelten lassen. «Wir haben immer noch Vertrauen etwas erreichen zu können», sagte Hoffmann im DSF-«Doppelpass».
Gelingt dem HSV auch im Halbfinal-Hinspiel des UEFA-Cups am Donnerstag gegen den derzeitigen Dauerrivalen Bremen keine Trendwende, könnte dieser Vergleich Realität werden. Jol mochte im Anschluss an das 0:2 von Dortmund zwar noch nicht an einen vorentscheidenden Rückschlag im Titelrennen glauben, sprach aber Klartext: «Wer Meister werden will, muss mehr Tore schießen und mehr Auswärtsspiele gewinnen.» Den Frust bekam vor allem Schiedsrichter Michael Kempter zu spüren. Obwohl dessen Elfmeterpfiff in der Schlussminute nachvollziebar und nicht spielentscheidend war, monierten die Hamburger die Unerfahrenheit des Referees: «Der ist doch erst 26 Jahre alt. Das gibt es in ganz Europa nicht», schimpfte Jol. |