Mit heftiger Kritik an den Fans von Eintracht Frankfurt hat Trainer Friedhelm Funkel erstmals auf die seit Monaten gegen ihn lautstark vorgetragenen Unmutsäußerungen reagiert.
«Ich finde es unglaublich, wie niedrig inzwischen die Hemmschwelle geworden ist, Menschen zu beschimpfen. Das passiert auch anderen Kollegen, Ede Becker in Karlsruhe zum Beispiel oder auch Jürgen Klinsmann, der auf Platz zwei steht und aus meiner Sicht noch deutscher Meister wird», sagte der Coach des hessischen Fußball-Bundesligisten in einem Interview der «Frankfurter Neue Presse».
Der 55-Jährige sieht sich bei den Heimspielen regelmäßig mit «Funkel-raus»-Rufen konfrontiert. «Mich belastet das nicht. Ich höre natürlich diese Rufe, aber ich beschäftige mich nicht damit. Es ist mir nicht egal, aber ich kann es ja nicht ändern. Die Vorwürfe sind teilweise völlig haltlos», erklärte der mit 423 Bundesligaspielen derzeit erfahrenste Trainer des Oberhauses.
Trotz des gestörten Verhältnisses zu den Eintracht-Fans will Funkel seinen erst vor wenigen Wochen bis Sommer 2010 verlängerten Vertrag in Frankfurt erfüllen. «Ich weiß nicht, ob und wie das zu kitten ist. Ich habe jedenfalls immer noch genauso viel Spaß wie am ersten Tag. Ich arbeite gerne bei der Eintracht und mit dieser Mannschaft», bekräftigte er. Aus seiner Sicht sei es erstaunlich, dass er im täglichen Leben keine negativen Äußerungen zu hören bekomme. «Eher ist das Gegenteil der Fall, ich bekomme Zustimmung und Aufmunterung», sagte Funkel.