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Kevin Kuranyi kämpft und beißt sich durch

Gelsenkirchen (dpa) - 17.04.2009, 11:11 Uhr

Schalkes Stürmer Kevin Kuranyi kämpft in Spiel.
Schalkes Stürmer Kevin Kuranyi kämpft in Spiel.

Es ist Frühling und Kevin Kuranyi blüht auf. Der Fußball-Profi, den die Fans des FC Schalke 04 nicht lieben, aber zu schätzen lernen, wirkt neu inspiriert und couragiert.

Kein Wunder: Nicht zuletzt den Kuranyi-Toren verdankt der Bundesligist die Tatsache, dass die Qualifikation für das internationale Geschäft wieder möglich ist. Dabei war der vorzeitige Abschied Kuranyis im Winter fast beschlossen. Er müsse vorbereitet sein, «alles ist vorstellbar», schilderte der in Rio de Janeiro geborene Spieler noch Anfang Februar die verworrene Zukunftssituation aus seiner Sicht.

Der damalige Schalke-Manager Andreas Müller erklärte Kuranyi, dessen Vertrag noch bis 2010 läuft, umgehend für unverkäuflich. Doch Flügel verlieh dieses Treuebekenntnis dem ehemaligen Nationalspieler nicht. Im Gegenteil: Die kritischen Fans verspotteten ihn zwischendurch als «Chancentod». Doch Kuranyi fand über den Kampf zum Erfolg zurück. «Ich habe mich immer durchgesetzt», ließ er wissen - und wehrt aktuell Abwerbeversuche anderer Clubs ab. «Schalke ist mein erster Ansprechpartner», sagte er zu bevorstehenden Verhandlungen über eine Verlängerung seines Kontrakts.

Trotz aller schwierigen Phasen ist Kuranyi für Schalke wertvoll. Seit seinem Wechsel vom VfB Stuttgart ins Revier gelangen ihm in 122 Erstliga-Einsätzen 51 Treffer, die jüngsten zum 2:0-Endstand in Bielefeld und zur 1:0-Führung beim 2:0 gegen Karlsruhe. Das war sein elftes Tor der laufenden Saison, und trotzdem blieb er bescheiden: «Es tut immer gut, wenn ich dazu beitrage, dass die Mannschaft gewinnt.» Dabei weiß er, dass auch seiner neuen Torgefährlichkeit wegen wieder ein Ansatz von Kontinuität im Team der Interims-Trainer Mike Büskens, Youri Mulder und Oliver Reck zu sehen ist.

Eines jedoch lehnte Kuranyi ab: Er will nicht rechnen, ob es für ihn und seine Mitstreiter noch reicht für künftige internationale Auftritte. Vielmehr will er sich darauf beschränken, «Spiel für Spiel zu sehen und gucken, was noch möglich ist». In den vergangenen Monaten und Jahren habe sich der Verein immer Ziele gesetzt und sie am Ende verfehlt. Diese Rechnerei sei ein Fehler gewesen.

In einer Beziehung indes erlaubt er sich, die Rechnung mit einem nicht Unbekannten neu aufzumachen: Ihn lockt das Nationalteam. Bei Bundestrainer Joachim Löw ist er in Ungnade gefallen, weil er in der Halbzeitpause des WM-Qualifikationsspiels gegen Russland am 11. Oktober 2008 (2:1) die Flucht angetreten hatte - ein schwerer Fehler, dessen ist sich Kuranyi bewusst. Von Löw begnadigt zu werden und nach 52 Länderspiel-Einsätzen zwischen März 2003 und September 2008 die zweite Chance zu bekommen - «das wäre mein größter Wunsch».


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