Schalke sucht Interimstrainer bis Saisonende
Gelsenkirchen (dpa) - 27.03.2009, 15:07 Uhr
Der FC Schalke 04 bleibt die Großbaustelle der Fußball-Bundesliga. Nach der Trennung von Chefcoach Fred Rutten suchen die «Königsblauen» zunächst nur einen Interimstrainer bis zum Ende der Saison. «Es kann nur eine Lösung für neun Spiele sein», erklärte Schalke-Präsident Josef Schnusenberg. «Der Trainer, der die neue Mannschaft aufbauen soll, muss vom neuen Manager ausgesucht werden.» Bei der Suche nach einem Nachfolger des am 9. März beurlaubten Managers Andreas Müller ist ein neuer Name ins Spiel gekommen: Rudi Völler, der Sportdirektor von Bayer 04 Leverkusen. Die Entscheidung über die Besetzung des Postens ist aber offenbar in die kommende Woche vertagt worden. Dagegen kündigte Schnusenberg an, im Sommer 2010 sein Amt als Vereinsvorsitzender aufzugeben.
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Schalke 04 hatte am Donnerstagabend den Niederländer Rutten mit sofortiger Wirkung beurlaubt. «Ich denke, es war für alle Beteiligten die beste Lösung, Fred Rutten doch sofort zu beurlauben», sagte Schnusenberg. «Er war und ist ein guter Trainer, nur er hat einfach kein Fortune mit seinen Ergebnissen gehabt.» Zunächst hatte Schalke- Geschäftsführer Peter Peters dem erfolglosen 46 Jahre alten Coach nur mitgeteilt, dass man in der kommenden Saison nicht mehr auf ihn bauen will. Bei einem Gespräch im Privathaus von Schnusenberg in Rheda- Wiedenbrück erhielt Rutten dann doch den Laufpass. Bis zum nächsten Pflichtspiel bei Arminia Bielefeld am 3. April sollen die bisherigen Assistenten Mike Büskens und Youri Mulder das Training leiten. Ob bereits ein neuer Coach beim Gastspiel in Ostwestfalen auf der Schalke-Bank sitzen wird, ist offen. «Stand jetzt gehe ich davon aus, dass in Bielefeld Büskens und Mulder auf der Bank sitzen», so Schnusenberg. «Wenn es vom Himmel kommt, kann es auch sein, dass wir einen Interimscoach haben.» Ein Kandidat sei schon im Visier, doch «er weiß noch nichts von seinem Glück».
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Dass Büskens und Mulder, die nach der Entlassung von Ex-Trainer Mirko Slomka in der vergangenen Saison als «Aushilfen» 16 von 18 Punkte holten und Platz drei erreichten, nicht bis Saisonende das Ruder übernehmen sollen, begründet der Clubchef so: «Die beiden gehörten zum Team von Fred Rutten. Daher sehen wir es als bessere Lösung an, einen Trainer von außen zu holen.» Länger, aber nicht konkreter ist die Kandidaten-Liste für den verwaisten Manager-Posten geworden. Nach Informationen des «Express» haben die Königsblauen Kontakt zu Rudi Völler aufgenommen. «Rudi Völler passt. Zu 100 Prozent», sagte der Schalker Aufsichtsrats-Chef Clemens Tönnies der Zeitung. Bayer 04 Leverkusen erteilte den Avancen aus dem Revier eine deutliche Absage. «Ich habe Rudi Völler gefragt, ob an der Sache etwas dran ist. Und er sagte nein», erklärte Bayer- Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser. Der Ex-Nationalstürmer war bereits als Nachfolger von Uli Hoeneß bei Bayern München im Gespräch. Die Manager-Suche ist die Aufgabe von Tönnies. Den Eindruck, dass es in der Führungsetage von Schalke drunter und drüber geht und nicht alle an einem Strang ziehen würden, hält Schnusenberg für falsch: «Ich empfinde es nicht so, dass wir hier in chaotischen Verhältnissen leben. Gehen Sie davon aus, dass hinter diesen Mauern absolut kein Chaos herrscht, sondern alles nach Plan verläuft.» Seine Lebensplanung sieht hingegen vor, sich im Juni 2010 aus der Schalker Führung zurückzuziehen. «Dann bin ich 69. Es wird dann langsam Zeit, mich um andere schöne Dinge des Lebens außerhalb von Schalke zu kümmern», sagte Schnusenberg, der seit 1994 im Amt ist.
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