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Mintal stoppt Wolfsburg - Makaay trifft wieder

Düsseldorf (dpa) - 07.11.2004, 13:02 Uhr

Stürmer Roy Makaay vom FC Bayern München kann nach seinem Tor wieder lachen.
Stürmer Roy Makaay vom FC Bayern München kann nach seinem Tor wieder lachen.

Aufsteiger 1. FC Nürnberg und sein famoser Regisseur Marek Mintal haben den Siegeszug von Spitzenreiter VfL Wolfsburg gestoppt. Die Mannschaft von Trainer Erik Gerets musste am 12. Spieltag der Fußball-Bundesliga beim «Club» ein 0:4-Debakel verkraften.

Wolfsburg spürt nun wieder den heißen Atem der Konkurrenz im Nacken. Gerets ging nach der 3. Auswärtspleite mit seinen Profis hart ins Gericht. «Was wir uns eingebrockt haben, ist eine Schande», schimpfte der Belgier, der sogar von einem «Skandalspiel» sprach.

Derweil feierten die Franken ihren überragenden dreifachen Torschützen, der die «Wölfe» praktisch im Alleingang erlegte. «Marek Mintal ist für uns nicht zu ersetzen», sagte «Club»-Trainer Wolfgang Wolf nach der Gala des Slowaken, der die Torjägerliste mit neun Treffern anführt. Am Ende zeigte Wolf sogar Mitgefühl mit seinem ehemaligen Verein, den er fast fünf Jahre lang trainierte. «Das tut mir schon ein Stück weit Leid.» Wolfsburg muss zu allem Überfluss bis auf weiteres auf Spielmacher Andres D'Alessandro verzichten. Der Argentinier musste schon in der 8. Minute wegen eines Stoßes in den Rücken von Markus Schroth vom Platz.

Vom Fehltritt der «Wölfe» profitierten die Verfolger. Bayern München verkürzte dank des 3:0 über Hannover 96 den Abstand auf einen Punkt und wähnt sich im Titelrennen wieder in der richtigen Spur. Zumal auch Torjäger Roy Makaay nach 782 Pflichtspielminuten ohne Erfolgserlebnis wieder traf. «Dass er ein Tor erzielt hat, macht mich ausgesprochen glücklich», freute sich Bayern-Coach Felix Magath. Glücklich war auch Michael Ballack, weil der Unparteiische Michael Fröhlich (Berlin) eine irrtümlich zunächst ihm zugesprochene Gelb- Rote Karte nach Rücksprache mit seinem Assistenten wieder zurücknahm. «Ich habe das Foul falsch zugeordnet», gestand Fröhlich freimütig, und erntete für die Korrektur großes Lob von Ballack: «Hut ab. Das war eine starke Leistung.»

Weniger stark waren die Vorstellungen von Borussia Dortmund und Werder Bremen. Die Westfalen boten beim 0:1 in Bielefeld eine desolate Partie, und der Meister aus Bremen wirkte beim 1:1 in Berlin müde und schlapp. Der Last-Minute-Treffer von Herthas Alexander Madlung brachte den sonst so besonnenen Werder-Coach Thomas Schaaf auf die Palme, weil Schiedsrichter Hermann Albrecht (Kaufbeuren) die angezeigte Nachspielzeit (eine Minute) überzog und so den späten Ausgleich ermöglichte. Schaaf sprach von «Willkür», wollte den Referee zur Rede stellen, wurde aber abgewiesen. «Wenn man sieht, wie man als Trainer behandelt wird, habe ich keinen Bedarf mehr, mich mit dem Schiedsrichter auseinander zu setzen», moserte Schaaf.


Probleme ganz anderer Art hat der BVB. Im Vorfeld der brisanten Jahreshaupt- und Aktionärsversammlungen hätte der krisengeschüttelte Verein mit dem dritten Sieg in Serie für etwas mehr Ruhe sorgen können. Stattdessen trieb der spielerische Rückfall Trainer Bert van Marwijk die Zornesröte ins Gesicht. «Für die erste Halbzeit müssten wir uns schämen. Einige Spieler haben noch immer nicht begriffen, worum es eigentlich geht.» Frustriert gab sich auch Christian Wörns, der den Arminen-Serientorschützen Delron Buckley nie in den Griff bekam. «Wir waren kein Team, sondern wieder nur Einzelkämpfer.»

So bleibt das Tabellenende für Dortmund ebenso in Sichtweite wie für die Borussen aus Mönchengladbach, die auch unter dem neuen Coach Dick Advocaat beim 1:1 in Mainz die Auswärtsmisere nicht beenden konnten, sowie den VfL Bochum und den 1. FC Kaiserslautern. Die Punkteteilung beim 1:1 im Ruhrstadion hilft keinem so recht weiter, obwohl die Leistung beider Teams über weite Strecken okay war. «Wir müssen bis zur Winterpause unbedingt 20 Punkte holen. Sonst stecken wir mitten im Abstiegskampf», sagte VfL-Trainer Peter Neururer, der immerhin mehr Ruhe zum Arbeiten hat als sein Kollege Kurt Jara. Dem Österreicher helfen nur Siege, um aus der Schusslinie zu kommen.

Die Kritiker verstummen ließ dagegen Paul Freier. Der Ex-Bochumer zeigte beim 4:1 von Bayer Leverkusen über den SC Freiburg endlich die erhoffte Leistungsexplosion beim neuen Club. Der in der Halbzeit beim Stand von 0:1 eingewechselte Nationalspieler beendete mit zwei Toren und einem «Assist» seine lange Schaffenskrise. Trainer Klaus Augenthaler hofft inständig, dass «dies die Befreiung für ihn war».

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