Schalkes Marcelo Bordon umarmt mit seinem bandagierten Arm Teamkollege Westermann nach dessen Tor zum 2:1-Endstand.
Ein nicht ausgeheilter Mittelhandbruch, Fanbekundungen und Solidarität in der Wirtschaftskrise: Die Deutsche Presse Agentur (dpa) dokumentiert interessante Notizen zum 22. Spieltag der 1. Fußball-Bundesliga.
GELOBT SEI, WAS HART MACHT: Nach dem 2:1-Sieg in Frankfurt schnitt sich Schalkes Abwehrchef Marcelo Bordon mühsam mit einer Schere den dicken Tapeverband vom Arm. Der Brasilianer hatte entgegen dem Rat der Ärzte gespielt. Sein Mittelhandbruch ist noch nicht ausgeheilt, und mit einer Manschette war er nicht klargekommen. «Gott sei Dank ist nichts passiert. Ich habe nur einen ganz kleinen Schlag abgekommen», meinte er nach einem souveränen Auftritt. Wenn er auf die Hand fällt, hatte er vorher gemeint, «dann kann ich schon mal Urlaub buchen.»
HOPPENHEIM: Kein «Hasta la vista, Hopp»: Nach bösen Parolen gegen Hoffenheim-Mäzen Hopp der Dortmunder Fans im Hinspiel hatte die BVB- Vereinsführung vor dem Rückspiel um mehr Fairness gebeten. Bei Einlasskontrollen wurden Spruchbänder penibel kontrolliert. Dennoch gelang es einigen Fans, Spruchbänder ins Stadion zu befördern. Mit Aufschriften wie «1899 Hoppenheim» brachten sie ihren Unmut über die hohen Zuwendungen des Unternehmers zum Ausdruck, überschritten mit ihrer Kritik aber diesmal keine Grenzen.
SÜNDER: Ungeachtet der Schlagzeilen über den verspätet angetretenen Doping-Test beorderte Rangnick die beschuldigten Profis Ibertsberger und Janker in den Kader für das Spiel bei Borussia Dortmund. Ibertsbeger dankte es dem Trainer mit einer starken Leistung, Janker kam nicht zum Einsatz. Redselig stand Ibertsberger nach der Partie Rede und Antwort, hielt sich aber mit Kommentaren zum Thema Doping wohlweislich zurück: «Ich bin froh, wenn es vorbei ist. Aber mehr will ich dazu nicht sagen.»
HANDSCHUHE: Die Bundesliga-Andenkensammlung von Kultmasseur Hermann Rieger ist um ein Paar Torwart-Handschuhe größer geworden. Bayer Leverkusens Nationalkeeper Rene Adler überreichte dem ehemaligen HSV-Physiotherapeuten sein Arbeitswerkzeug nach dem 0:1 bei Hannover 96. Der gebürtige Mittenwalder Rieger lebt seit einiger Zeit in Hannover und ist dort Stammgast bei wichtigen Sportveranstaltungen.
SOLIDARITÄT: Der VfL Bochum zeigte Solidarität mit den um ihre Arbeitsplätze bangenden Mitarbeitern des auch in der Revierstadt produzierenden Automobilherstellers Opel. Beim Heimspiel gegen Energie Cottbus (3:2) wurde als Zeichen der Verbundenheit ein großes Banner mit der Aufschrift «Opel und VfL - Gestern, heute und morgen» vor der Ostkurve des rewirpower-Stadions angebracht, das später der Opel-Belegschaft übergeben werden sollte. «Opels ungewisse Zukunft berührt alle Menschen in dieser Stadt - uns natürlich auch», sagte VfL-Vorstandsmitglied Thomas Ernst.
BALL-GEHEIMNIS: Roland Koch, beim 1. FC Köln rechte Hand von Cheftrainer Christoph Daum, hat die bislang 29 Zähler des Aufsteigers visualisiert. Weil Punkte nicht griffig sind, sondern vielmehr eher abstrakt, symbolisiert Koch sie seit geraumer Zeit durch mit Ziffern beschriftete Tennisbälle. Für jeden Punkt kommt eine Filzkugel hinzu. «Das ist wirklich etwas Konkretes, was wir in der Hand halten können», begründete Koch seine Idee, aus der gegen Arminia Bielefeld nichts Hundertprozentiges wurde: Die Bälle 29, 30 und 31 hatte Daums «Co» in der Vereinsfarbe des Gegners blau angemalt. Doch nach dem 1:1 muss auf die Greifbarkeit der Nummern 30 und 31 noch mindestens bis zum kommenden FC-Spiel am Freitag beim FC Schalke 04 gewartet werden.