WADA kritisiert Dopingkontrollsystem des DFB
Hamburg (dpa) - 28.02.2009, 18:50 Uhr
David Howman kritisiert die Dopingkontrollen der Bundesliga.
Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA hat sich in die Diskussion um die Durchführung von Dopingkontrollen in der Bundesliga eingeschaltet und den Deutschen Fußball-Bund kritisiert. «Dieses Prozedere ist nicht normal», kommentierte WADA-Generalsekretär David Howman in der ARD-Sportschau die Tatsache, dass anders als in vielen anderen Sportarten bei den Dopingkontrollen nach den Spielen keine unabhängigen Kontroll-Begleiter (Chaperons) eingesetzt werden, sondern die Anti-Doping-Beauftragten der Vereine diese Aufgabe übernehmen. «Ich würde mich gerne einmal mit der Bundesliga darüber unterhalten - und ihnen sagen, dass sie besser mit einer unabhängigen Organisation wie der NADA zusammen arbeiten sollten», sagte Howman, nachdem die beiden Hoffenheimer Profis Andreas Ibertsberger und Christoph Janker beim Meisterschaftsspiel gegen Borussia Mönchengladbach am 7. Februar zehn Minuten zu spät zur Doping-Kontrolle gekommen waren. Der WADA-Generalsekretär empfahl eine Zusammenarbeit mit der in Bonn ansässigen Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) bei den Wettkampf- und nicht nur wie bislang der Fall bei den Trainingskontrollen.
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Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) sieht offenbar keine unbedingte Notwendigkeit für den Einsatz der Chaperons, die die Sportler über die abzugebende Probe informieren, sie bis in den Doping-Kontrollraum begleiten und garantieren sollen, dass keine Manipulationen vorgenommen werden. «Diesen Chaperon, der in anderen Sportarten vielleicht vonnöten ist, den brauchen wir bei den Spielen tatsächlich eigentlich nicht, denn die Distanz von der Spielfeldbegrenzung bis zum Kontrollraum beträgt 30, 40 Meter in aller Regel. Das kann der Dopingkontrollarzt bestens mit überblicken», meinte der Vorsitzende der DFB-Anti-Doping-Kommission und DFB-Vizepräsident Rainer Koch in der Sportschau. Nach Informationen der ARD sollen NADA und der DFB im Januar Gespräche über eine mögliche Übernahme der Wettkampfkontrollen geführt haben. Der DFB soll dies allerdings zu diesem Zeitpunkt abgelehnt haben. «Wenn es noch etwas zu verbessern gibt, dann wird es verbessert», sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger ebenfalls in der ARD-Sportschau zu den Wettkampfkontrollen. |