Nach 0:1 gegen Frankfurt: Tiefschlag für KSC
Karlsruhe (dpa) - 22.02.2009, 10:52 Uhr
Der Karlsruher Stefan Buck sitzt nach der 0:1-Pleite gegen Frankfurt auf dem Rasen.
Rolf Dohmen sah aus wie ein Häufchen Elend. Der Manager des Karlsruher SC saß nach der 0:1 (0:0)-Heimniederlage gegen Eintracht Frankfurt in der hintersten Ecke des Presseraumes im Wildpark-Stadion und nippte frustriert an einer Flasche Bier. «Unglaublich, wie wir dieses Spiel verlieren können», stammelte Dohmen. Vor zwei Wochen war er nach dem 3:2 gegen den Hamburger SV auf den Rasen gestürmt und hatte ein Freudentänzchen vollführt. Das Bild des ausgelassen jubelnden Managers wurde zum Symbol des vermeintlichen Karlsruher Aufschwungs, der nun aber jäh gestoppt wurde. Nur wenige Meter neben Dohmen stand dessen Kollege Heribert Bruchhagen. Auch der Eintracht-Vorstandsboss sah mitgenommen aus. Er kaute gedankenverloren auf einem Brötchen herum und hatte trotz des für die Hessen so eminent wichtigen Erfolges tiefe Sorgenfalten auf der Stirn. «Ich kann es nicht begreifen, was die Chaoten bewegt, immer wieder so etwas zu machen», sagte Bruchhagen mit Blick auf die Vorkommnisse im Eintracht-Fanblock nach der Pause, als zahlreiche Leuchtraketen auf das Spielfeld abgefeuert worden waren. «Wir werden hart dagegen vorgehen und den Dialog mit den vernünftigen Fans suchen, um diese Chaoten auszugrenzen», kündigte der 60-Jährige an.
Den Hessen droht nun eine empfindliche Geldstrafe, ist es doch nicht das erste Mal. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball- Bundes (DFB) hat bereits Ermittlungen aufgenommen. «Das kostet viel Geld. Da kann ich mir im Sommer wieder einen Spieler weniger leisten», zürnte Eintracht-Coach Friedhelm Funkel, der die Vorfälle «auf das Schärfste» verurteilte. Bruchhagen war indes nicht nur von «den Auswüchsen unserer Gesellschaft» gezeichnet. Auch die spielerischen Darbietungen seines Teams hatten ihm schwer zugesetzt. «Das kann nicht der Anspruch von Eintracht Frankfurt sein», sagte der Vorstandsboss nach dem phasenweise erbärmlichen Auftritt. Ohne erkennbares Konzept und mit einer unglaublichen hohen Fehlerzahl stolperten die Gäste über den Platz und hatten es nur einem Kunstschuss ihres Problem-Brasilianers Caio (54.) zu verdanken, dass ihnen ein Abrutschen in den Tabellenkeller erspart blieb. «Wir haben ganz schlecht gespielt. Aber heute zählt nur der Sieg», sagte Patrick Ochs, der den entscheidenden Treffer mit seinem einzigen Vorstoß in die Karlsruher Hälfte vorbereitet hatte. |