Routinier Neuville lässt Gladbach hoffen
Mönchengladbach (dpa) - 22.02.2009, 09:40 Uhr
Gladbachs Oliver Neuville (M) jubelt nach seinem Treffer zum 3:2 gegen Hannover 96.
Ein alter Fußball-Hase und zwei Jungspunde hauchen Borussia Mönchengladbach neues Leben ein, die Auswärts-Versager von Hannover 96 geraten dagegen immer tiefer in den Sog nach unten. 2:3 (0:2) verloren, die sechste Pleite in einem fremden Stadion nacheinander kassiert - Robert Enke war fertig mit sich und der Welt. «Es wird extrem hart für uns. Dieses 2:3 ist extrem bitter», fasste der Nationaltorhüter das dramatische Geschehen des Karneval-Samstags mit dem bösen Ende für die Niedersachsen zusammen. Sieben Minuten waren vor 36 166 Zuschauern im Borussia-Park noch zu spielen. Mönchengladbachs Talente Alexander Baumjohann mit einen fulminanten Distanzschuss (36. Minute) und Marko Marin (43.) nach einem Tänzchen durch die gegnerische Abwehr hatten den Bundesliga- Tabellenletzten in eine vermeintlich stabile Lage gebracht, ehe Sergio Pinto (53.) und Christian Schulz (77.) mit ihren Treffern das totale Aufbegehren der auswärts so leidgeprüften Elf von Dieter Hecking dokumentieren wollten. Vergebens.
Denn dann hatte Gladbachs Joker Oliver Neuville einen tollen Auftritt. Sein Saison-Premierentor (83.) wurde für die Borussen zum Befreiungs- und für «96» zum Tiefschlag. «Wenn man kurz vor Schluss dieses Tor bekommt, haut einen das schon ganz schön um», sagte Enke. Neuville war obenauf - verständlich: «Wenn wir so weiterkämpfen wie in den vergangenen Wochen, steigen wir nicht ab», prognostizierte der 35-Jährige. Baumjohann, der als künftiger Bayern-Spieler in München erstklassig bleiben wird, sah keinen Anlass für Überschwang: «Wir haben keinen Grund, groß zu feiern. Das heute war nur der Anfang. Wenn wir am 34. Spieltag über dem Strich stehen, können wir feiern.» Doch der Trend zum Besseren ist da. 1:1 gegen Hoffenheim und in Bremen, 3:2 gegen Hannover, und mit 16 Punkten endlich wieder den Anschluss geschafft. «Alle Fans, überhaupt alle hier in Gladbach können tatsächlich berechtigt wieder hoffen», sagte Borussia-Trainer Hans Meyer, der in den zwölf Spielen zuvor während seiner zweiten Amtszeit lediglich neun von 36 Zählern mit dem Team geholt hatte. |