S04-Manager: «Werfe Spieler nicht zum Fraß vor»
Köln (dpa) - 17.02.2009, 19:06 Uhr
Andreas Müller ist der Manger des FC Schalke 04.
Manager Andreas Müller vom Fußball- Bundesligisten FC Schalke 04 hat sich gegen die heftige Kritik der vergangenen Wochen zur Wehr gesetzt und seine Personalpolitik vehement verteidigt. Zudem stellte der 46-Jährige in einem Interview mit dem Kölner «Express» den ersten Neuzugang für die neue Saison in Aussicht. Man sei sich mit dem tschechischen U 21-Nationalspieler Jan Moravek, einem offensiven Mittelfelder von den Bohemians Prag, weitgehend einig. «Ein torgefährlicher Junge, den ich schon lange im Blick habe. Wir hatten ihn schon hier, ich war bei seinen Eltern - das Ding läuft», sagte Müller. Der Manager verurteilte, «wie unfair die Debatte um meine Person läuft», und verteidigte seine Transferpolitik. Bevor er 2006 Manager geworden sei, habe der Club jahrelang keine Transfereinnahmen gehabt. «Unter meiner Regie hat Schalke Ablösesummen von mehr als 30 Millionen Euro eingenommen - von Ailton über Hanke bis Ernst. Trotzdem haben wir immer international gespielt. Westermann und Jones wurden hier Nationalspieler - das hat es auf Schalke Jahrzehnte nicht gegeben. Heute spielt hier ein Topspieler wie Farfan, den Clubs aus halb Europa jagten», sagte Müller und monierte die harte Kritik der Fans und Medien. «Jetzt haben wir erstmals eine sportliche Delle. Und schon stehe ich mit solcher Wucht am Pranger. Das tut weh. Ich bin nicht dafür verantwortlich, dass einer aus drei Metern das Tor nicht trifft.»
In der Zeit, in denen er sich öffentlich zurückgezogen habe, sei er nicht tatenlos gewesen, sondern habe in «enger Abstimmung mit dem Aufsichtsrat» an einem Konzept für die Zukunft gearbeitet. Man müsse den Club «auf die Wirtschaftskrise» vorbereiten. Das auf mehreren Säulen stehende Konzept habe er dem Aufsichtsrat auf einer Klausurtagung vorgestellt, dieser habe einstimmig zugestimmt. «So machen wir das. Das ziehen wir jetzt durch.» Schalke wolle künftig mehr auf Talente aus den eigenen Reihen wie Manuel Neuer und Benedikt Höwedes setzen und die Lohnkosten senken, «ohne Qualität einzubüßen». Durch die Winter-Abgänge habe man für die Rückrunde mehr als vier Millionen Euro Lohnkosten eingespart, dazu kämen rund drei Millionen Euro Ablöse für Fabian Ernst. «Langfristig werden wir durch diese Abgänge mehr als zehn Millionen Euro Kosten sparen», so der Manager. |