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Novakovic lässt in Köln Podolski vergessen

Frankfurt/Main (dpa) - 08.02.2009, 10:55 Uhr

Die Kölner Petit (l) und Vucicevic (r) freuen sich mit Milivoje Novakovic über sein Tor.
Die Kölner Petit (l) und Vucicevic (r) freuen sich mit Milivoje Novakovic über sein Tor.

In Köln fiebern sie bereits den im Sommer beginnenden Podolski-Festspielen entgegen, doch dank Ausnahmestürmer Milivoje Novakovic dürfen die «Geißböcke» schon jetzt auf eine Saison fern aller Abstiegssorgen hoffen.

Mit seinen Saisontreffern elf und zwölf rettete der Slowene den Rheinländern fast im Alleingang das 2:2 (0:1) bei Eintracht Frankfurt und nimmt damit Kurs auf die Torjäger-Kanone in der Fußball-Bundesliga. «Wie wichtig Nova für uns ist, hat er heute wieder bewiesen. Er ist für die ganze Liga eine Bereicherung», schwärmte Kölns Manager Michael Maier von dem 29-Jährigen in den höchsten Tönen.

Überschattet wurde die Partie vom Sturz eines Eintracht-Fans von der Tribüne. Die Eintracht bestätigte den Vorfall, wollte aber noch keine Details zu dem Vorgang und zu den Verletzungen nennen. «Fakt ist, dass die Person nicht in Lebensgefahr ist», sagte Pressesprecher Michael Feick. Der Vorfall weckte böse Erinnerungen an den Tod eines Anhängers von Borussia Dortmund. Der war am 28. Januar von der Südtribüne gestürzt und kurz darauf im Krankenhaus gestorben.

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Die Fans der Hessen in dem betroffenen Block reagierten sichtlich geschockt auf den Vorfall. «Ich hatte mich schon gewundert, warum die Fans in der ersten Halbzeit so leise waren. Das erklärt natürlich alles», sagte Trainer Friedhelm Funkel nach dem Spiel. Nach der Pause mussten die Eintracht-Fans auch noch mit ansehen, wie Novakovic ihr Team auf dem Rasen schockte. Vor allem das Tor zum 1:1 (57.), als der FC-Stürmer Eintracht-Keeper Markus Pröll mit einem feinen Schlenzer keine Abwehrchance ließ, verdiente das Prädikat «Weltklasse».

«Das hat er herausragend gemacht», lobte Christoph Daum. «Milivoje kann man im Augenblick auch die Augen verbinden und der Ball ist immer noch drin. Er hat zur Zeit einen sensationellen Lauf», fügte der Kölner Trainer hinzu. Doch Daum beeindruckt bei seinem Kapitän, der im Sommer 2006 von Litex Lovetsch aus Bulgarien zum FC kam und die Rheinländer im Vorjahr in der 2. Liga mit 20 Toren zum Aufstieg schoss, nicht nur die Treffsicherheit. «In der zweiten Halbzeit ist er wie ein richtiger Kapitän aufgetreten und hat die Mannschaft zurück ins Spiel geführt», so der 55-Jährige.


Novakovic' Führungsqualitäten waren vor 51 300 Zuschauern in der Frankfurter Commerzbank-Arena nach der Pause auch bitter nötig, denn davor fand der Aufsteiger praktisch nicht statt. «Da haben wir nur Spalier gestanden. Es wird dazu noch ein paar deutliche Worte geben, denn so etwas kann ich mir nicht bieten lassen», sagte Daum. Die Frankfurter nutzten die unerklärliche Passivität der Gäste zu einem deutlichen Übergewicht, allein in Tore ummünzen konnten sie ihre Feldüberlegenheit nicht ausreichend. Lediglich Marco Russ (33.) traf zum 1:0, ansonsten ließen die Hessen beste Chancen aus. «Der Punkt ist eindeutig zu wenig. Bei all den Möglichkeiten müssen wir das Spiel gewinnen», sagte Frankfurts Vorstandschef Heribert Bruchhagen.

Nach dem Seitenwechsel konnten die Hausherren nach Novakovic' erster Duftmarke zwar durch Martin Fenin (63.) noch einmal in Front gehen. Doch nach dem erneuten Ausgleich durch einen verwandelten Foulelfmeter des Slowenen (74.) und der aus dem vorherigen Foul an Sergiu Radu resultierenden Roten Karte gegen Kapitän Chris musste die Eintracht am Ende sogar noch um einen Punkt bangen. Aber die Hessen hatten Glück, dass sechs Minuten vor Schluss nicht Novakovic, sondern Manasseh Ishiaku frei vor ihrem Tor auftauchte und kläglich vergab.

Zudem verweigerte Schiedsrichter Guido Winkmann (Kerken) dem FC nach Foul von Russ an Adil Chihi in der Schlussminute einen Elfmeter, so dass es beim leistungsgerechten Remis blieb. «Auch wenn wir noch kein Spiel im neuen Jahr gewonnen haben, sind wir auf einem guten Weg», sagte Frankfurts Trainer Friedhelm Funkel, der am Abend vor der Partie endlich auch vom Aufsichtsrat des Clubs das OK für seine Vertragsverlängerung bis Sommer 2010 bekommen hatte. In die richtige Richtung geht es auch für Novakovic. Wohin genau? «Nach oben», sagte das Schlitzohr mit Blick auf Platz eins in der Torschützenliste.

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