Hoffenheim mit Glück statt Glanz
Mönchengladbach (dpa) - 08.02.2009, 10:45 Uhr
Schiedsrichter Lutz Wagner (l) zeigt zunächst noch auf den Elfmeterpunkt.
Nach dem glanzvollen Marsch an die Spitze der Fußball-Bundesliga steht Überraschungs-Tabellenführer 1899 Hoffenheim jetzt auch noch das nötige Glück zur Seite. «Der Spieltag zeigt, wie wichtig dieser Punktgewinn war, auch für die Moral. Das gehört alles zum Lernprozess», befand Trainer Ralf Rangnick nach dem erst in vorletzter Minute gesicherten 1:1 (0:1) bei «Schlusslicht» Borussia Mönchengladbach. Dabei erwies der schon als Fehleinkauf abgestempelte Brasilianer Wellington, der für mehr als vier Millionen Euro im Sommer verpflichtet wurde, als Retter in der Not. Sein Kopfballtreffer - aus Abseitsposition - kurz vor Schluss bewahrte dem Spitzenreiter im Duell der völlig unterschiedlichen Aufsteiger vor einem Rückschlag und half, die Tabellenführung zu festigen. «Natürlich gibt ihm dieses Tor einen Schub. Das sorgt auch für Respekt und Anerkennung bei den Mitspielern», sagte Rangnick nach dem erfolgreichen Kurz-Auftritt seines Schützlings. Für den Hoffenheimer Coach war der Last-Minute-Punkt so etwas wie ein gerechter Ausgleich. «In München haben wir in der letzten Minute verloren, jetzt schaffen wir das 1:1 kurz vor Schluss», sagte Rangnick, dem aber auch nicht verborgen blieb, dass seine Elf von den glanzvollen Vorstellungen der Hinrunde noch weit entfernt ist. «Die Jungs sind noch nicht alle in Top-Form, einige brauchen noch zwei, drei Spiele.»
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Dennoch erstaunlich, wie schnell der Liga-Neuling sich auf die Rolle des Gejagten einstellt. Nicht nur mit schöner Spielkunst, sondern auch mit Kampf und Arbeit kommen die Hoffenheimer zum Erfolg. Auch am Samstag drängte das Team bis zum Schluss beharrlich auf den Torerfolg. «Da muss man dann auch mal mit dem Punkt zufrieden sein. Am Ende waren wir auch nicht stärker», so Manager Jan Schindelmeiser. Allerdings profitierten die Gäste diesmal von der großzügigen Regelauslegung des Unparteiischen. «Im Zweifelsfalle auch mal für den Stürmer», bekannte Schiedsrichter Lutz Wagner. Zuvor hatte der älteste Bundesliga-Referee allerdings einen zunächst gegebenen Elfmeter für Hoffenheim zurückgenommen, weil der von Tomas Galasek gefoulte Chinedu Obasi, so Wagner, den Kontakt gesucht habe. |