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Bruchhagen warnt vor Wettbewerbsverzerrung

Frankfurt/Main (dpa) - 03.02.2009, 10:40 Uhr

Heribert Bruchhagen ist der Vorstandsvorsitzende der Eintracht Frankfurt Fußball AG.
Heribert Bruchhagen ist der Vorstandsvorsitzende der Eintracht Frankfurt Fußball AG.

Heribert Bruchhagen hat nach der Neuverteilung der Fernsehgelder im deutschen Profi-Fußball vor Wettbewerbsverzerrung gewarnt.

«Die Schere innerhalb der Bundesliga geht immer weiter auf und ist mittlerweile so eklatant, dass ein verheerendes Ungleichgewicht im nationalen Wettbewerb entstanden ist», sagte der Vorstandsvorsitzende von Eintracht Frankfurt in einem Interview der Tageszeitung «Die Welt». «Das verstärkt sich immer mehr. Die Mannschaften, die vorn stehen, bekommen so viel Geld, dass andere Vereine diesen Nachteil nie wieder ausgleichen können.» Das Vorstandsmitglied der Deutschen Fußball Liga (DFL) prophezeite zudem, «dass Bayern München in den Jahren 2010 bis 2020 mindestens achtmal Deutscher Meister wird».

Vergangene Woche hatte sich der DFL-Vorstand auf einen neuen Verteilerschlüssel geeinigt. Der Einnahme-Rückgang in der kommenden Saison soll demnach von den Erst- und Zweitligisten zu gleichen Anteilen geschultert werden. Alle 36 Proficlubs erhalten in der Spielzeit 2009/2010 aus dem TV-Topf 4,4 Prozent weniger als in der derzeit laufenden Runde. Die Einnahmen werden weiter weiter im Verhältnis 79:21 zwischen Bundesliga und 2. Bundesliga verteilt. Von 2009 bis 2013 werden insgesamt 1,65 Milliarden Euro ausgeschüttet.

Von den deutlich steigenden Einnahmen aus der Auslandsvermarktung, die sich in der kommenden Saison von 18 auf rund 35 Millionen Euro fast verdoppeln, werden allerdings vor allem die Vereine profitieren, die im Europapokal spielen. Die fünf besten Clubs erhalten eine zusätzliche Prämie. «Für die Liga ist diese Entwicklung schädlich», sagte Bruchhagen und verwies darauf, dass er «andere Vorstellungen» habe und dies auch im Protokoll vermerken haben lasse.

1992 habe der Unterschied zwischen den Etats von Bayern und Eintracht Frankfurt 40 Prozent betragen, heute seien es 400 Prozent. «Die Qualität verdichtet sich dort, wo das große Geld ist. Wir haben einen Lizenzspieleretat von 25,6 Millionen Euro, Bayern München von 151 Millionen Euro. Wie sollen wir da konkurrenzfähig sein?», fragte der 60-Jährige.


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