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TV-Gelder: Kompromiss nach hartem Ringen

Frankfurt/Main (dpa) - 30.01.2009, 15:45 Uhr

DFL-Chef Reinhard Rauball setzt auf Solidarität.
DFL-Chef Reinhard Rauball setzt auf Solidarität.

Nach wochenlangem Ringen hat der deutsche Profifußball bei der Verteilung der Fernsehgelder endlich eine Lösung gefunden, doch Jubelstimmung brach deshalb weder bei den Erst- noch Zweitligisten aus.

«Zufrieden bin ich nicht. Ich hätte mir gewünscht, dass man die Traditionsclubs, von denen die boomende Bundesliga in erster Linie lebt, etwas stärker bedacht hätte», sagte Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke der Deutschen Presse-Agentur dpa. Am Tag zuvor hatte der Vorstand des Ligaverbandes DFL nach einer letzten mehr als drei Stunden dauernden Telefonkonferenz endlich Einigung über einen Kompromiss erzielt, der die Verteilung der Fernsehgelder aus der Inlandsvermarktung nahezu unverändert lässt. Dafür profitieren die Topclubs wie Bayern München verstärkt von den gestiegenen Erlösen aus den Auslands-TV-Rechten.

«Es waren keine einfachen Gespräche innerhalb des Vorstands der DFL» sagte der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München, Karl-Heinz Rummenigge. Auch der Präsident des Zweitliga-Spitzenreiters FSV Mainz 05, Harald Strutz, wollte nicht verhehlen, dass es bei den Debatten zum Teil heftig zur Sache gegangen war. «Es waren schwierige Verhandlungen, weil es sich um ein schwieriges Thema handelt», sagte der Zweite Vize-Präsident des Ligaverbandes.

Am Ende des großen Verteilungskampfes steht ein Kompromiss, bei dem die 1. Liga dem Unterhaus bei der Aufteilung der Inlands- Einnahmen erneut entgegen gekommen ist. «Die Erste Liga hat eine Verantwortung gegenüber der Zweiten Liga, zu der wir gerade auch in wirtschaftlich schweren Zeiten stehen», sagte Stuttgarts Sportdirektor Horst Heldt. «Grundsätzlich können wir mit diesem Kompromiss leben.»

Nach dem Beschluss des DFL-Vorstandes tragen die 36 Profivereine den entstehenden Erlös-Rückgang in der Saison 2009/10, in der wegen der gestaffelten Zahlungen des Pay-TV-Senders Premiere statt 409 Millionen Euro nur 386 Millionen Euro aus der nationalen Vermarktung erlöst werden, gemeinsam mit je 4,4 Prozent pro Club. Für den Gesamt- Zeitraum bis zum Ende der Spielzeit 2012/13 bleibt es bei der Verteilung der Inlandserlöse in einem Verhältnis von 79:21 Prozent zwischen Erster und Zweiter Liga.


Um die Mindereinnahmen der Zweitligisten in der kommenden Saison zu begrenzen, erhält das Unterhaus in der kommenden Runde 21,56 Prozent der Einnahmen. Dafür sind es 2012/13 nur 20,5 Prozent, bei dann allerdings einer größeren Gesamtsumme. «Dieses Ergebnis zeigt die Solidarität, wie es sie außer in Deutschland nirgendwo in Europa gibt», lobte Strutz die gefundene Lösung.

Doch auch Rummenigge als Sprachrohr der Spitzenclubs konnte am Ende einen Teilerfolg verbuchen. Von den gestiegenen Geldern aus der Auslands-Vermarktung, die sich in der kommenden Saison von etwa 18 auf rund 35 Millionen Euro fast verdoppeln sollen, werden verstärkt die international vertretenen Vereine profitieren. Neben einem Grundbetrag für alle Erstligisten bekommen die Top Five eine zusätzliche Prämie ausgeschüttet, hinzu kommt eine leistungsabhängige Komponente, die sich nach der Fünf-Jahres-Clubwertung der UEFA richtet.

«Am Ende des Tages wurde (...) ein fairer Kompromiss zwischen Solidarität einerseits und dem 'Verursacherstatus' andererseits (...) gefunden», bilanzierte Rummenigge. Strutz fügte hinzu, dass dieses Solidaritätsprinzip «nie auf der Kippe gestanden» habe. Sehr zur Freude von Ligapräsident Reinhard Rauball, der so sein Versprechen halten konnte, den Clubs bis zum 31. Januar Planungssicherheit zu garantieren. Der BVB-Präsident sprach deshalb von einer «tragfähigen Grundlage für die Zukunft».

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