Auch die letzten Tage bis zum Transferschluss versprechen noch Aktivitäten: Hannover 96 will einen Defensivspieler verpflichten und favorisiert den ehemaligen Bremer Leon Andreasen. Hertha BSC Berlin sondiert den Markt nach einem Linksverteidiger. Der Hamburger SV sucht Ersatz für Nigel de Jong, der zu Manchester City abgewandert ist. Dabei garantieren Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer auch die 20 Millionen Euro Ablöse in der Tasche keine einfachen Verhandlungen. «Die Marktsituation gibt kein vernünftiges Preis-Leistungs-Verhältnis her», beklagte er. Derzeit ist der 21 Jahre alte Tomas Rincon aus Venezuela als Leihspieler im Visier der Hanseaten. Damit würde der HSV der bisherigen Zurückhaltung bei den Spitzenvereinen folgen. Die ersten Acht der Tabelle gaben zusammen weniger als eine Million Euro aus. Dabei schnappte sich 1899 Hoffenheim in dem früheren Nationaltorwart Timo Hildebrand ablösefrei den prominentesten Neuzugang. Als Ersatz für den verletzten Vedad Ibisevic soll der von Bremen ausgeliehene Boubacar Sanogo für Tore beim Tabellenführer sorgen. Werder hat sich die Dienste des Griechen Alexandros Tziolis ebenfalls zunächst nur auf Zeit bis zum Sommer 2009 gesichert. Auch Rekordmeister Bayern München griff mit dem bis Mitte März ausgeliehenen Landon Donovan nur auf dem Schnäppchenmarkt zu. Während die Etablierten knausern, versuchen zwei Vereine aus dem Mittelfeld durch kostspielige Anschaffungen den Anschluss an die Europapokal-Plätze zu schaffen: Mit geschätzten drei Millionen Euro ist der 19 Jahre alte Timo Gebhart vom VfB Stuttgart der teuerste Neuzugang des Winters. Traditionell genehmigte beim VfL Wolfsburg der Geschäftsführer Felix Magath dem Trainer Felix Magath erneut eine ausgedehnte Einkaufstour. Für den Japaner Yoshito Okubo und Peter Pekarik gaben die Niedersachsen rund 3,3 Millionen Euro aus - Summen, von denen die «Kleinen» weit entfernt sind. Jeweils drei neue Spieler sollen Energie Cottbus, die eine knappe Million investierten, und dem Karlsruher SC (rund 550 000) den Klassenverbleib sichern. Doch weder die KSC-Rückkehrer Marco Engelhardt und Giovanni Federico (von Borussia Dortmund ausgeliehen) noch der Neu-Cottbuser Jan Rajnoch konnten die Pleiten der beiden Clubs im DFB-Pokal am Mittwoch verhindern. Im Sturm ruhen die Hoffnungen der Lausitzer auf dem Brasilianer Adi und Nils Petersen, der vom Drittligisten Carl Zeiss Jena kommt. «Wir können uns keine fertigen Bundesligaspieler leisten, aber deshalb haben wir noch nie gejammert», sagte Cottbus- Manager Steffen Heidrich.
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