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Völler: 18 Clubs in der Bundesliga ideal

Düsseldorf (dpa) - 23.01.2009, 20:27 Uhr

Rudi Völler ist ein Vordenker der Bundesliga.
Rudi Völler ist ein Vordenker der Bundesliga.

Bayer 04 Leverkusen wird in der Rückrunde der Fußball-Bundesliga wegen der Modernisierung der BayArena in das Stadion nach Düsseldorf umziehen.

Sportdirektor Rudi Völler und Cheftrainer Bruno Labbadia sprachen in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur dpa über die Herausforderung des Umzugs, über die Pläne des Clubs sowie über Grundsätzliches zur Bundesliga.

Wegen des Umbaus der BayArena bestreitet Bayer 04 Leverkusen die Bundesliga-Rückrundenspiele in Düsseldorf. Wie hoch ist das sportliche Risiko?

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Völler: «Wir sehen es als großes Abenteuer und freuen uns, in Düsseldorf zu Gast zu sein. Doch wir haben vorgearbeitet, was die Gestaltung des Spielplans angeht. Es fällt sicher auf, dass wir in der Vorrunde ein Heimspiel mehr hatten und dass die unangenehmen Heimspiele gering waren: Wir erwarten zwar Gladbach, aber in der Vorrunde waren schon Dortmund, Schalke 04, Bayern München und die Kölner bei uns. Dafür danken wir der Deutschen Fußball Liga (DFL).»

Labbadia: «Es ist ein schönes Stadion, wir freuen uns auf die Herausforderung. Und es wird spannend, ob wir sie erfolgreich bestehen. Wir haben uns bestimmte Kabinen ausgesucht und wollen es uns heimisch machen. Deshalb hängen wir ein paar Bildchen auf.»


Bayer hat mit den schönsten Fußball in der Hinrunde geboten, 32 Punkte geholt, liegt drei Zähler hinter Tabellenführer Hoffenheim, geriet aber am Ende etwas ins Straucheln. Wie fällt die Bilanz aus?

Labbadia: «Bis auf die letzten sechs Spiele haben wir begeisternden und erfolgreichen Fußball gezeigt. Für den Fußball, den wir gespielt haben, haben wir aber zu wenige Punkte geholt. Das war ein Makel. Es gibt Mannschaften, die stehen oben und haben mehr Glück gehabt. Von den 32 Punkten haben wir keine glücklich gewonnen.»

Was ist der Grund dafür?

Labbadia: «Meine Mannschaft will immer auf dem höchsten Level spielen. Wenn wir uns nicht auf Topniveau bewegen können, müssen auch mal drei, vier Aktionen für einen Erfolg reichen. Da sind uns die Bayern und Bremen voraus.»

Welches Ziel setzt sich Bayer für die Rückrunde?

Völler: «Vor fünf, sechs Jahren wären wir auch mit einer durchschnittlichen Leistung unter die ersten Fünf gekommen. Das hat sich total verändert, die Konkurrenz ist größer geworden. Hoffenheim gab es vorher nicht und Wolfsburg eigentlich auch nicht. Die ersten Zehn der Tabelle können einen internationalen Platz schaffen. Nimm' die Bayern raus, dann sind es neun Clubs für fünf Plätze.»

Labbadia: «Unser Ziel ist ins internationale Geschäft zu kommen. Klar ist auch: Wenn man so eine Vorrunde gespielt hat, drei Punkte hinter dem Ersten ist, muss man versuchen, soweit wie möglich nach vorne zu kommen. Wir haben keine Angst davor, ganz vorne anzugreifen.»

Bei einer Umfrage zum Meistertipp der Trainer haben alle 18 auf den FC Bayern getippt. Steckt da auch Resignation drin?

Labbadia: «Es ist eine Anerkennung dafür, was die Bayern in den Jahren geleistet haben. Sie haben zuletzt Risiko gezeigt und richtig investiert, als die anderen aufzurücken drohten. Der VfB Stuttgart ist 2007 Meister geworden, weil die Münchner schwächelten. Es ist keine Resignation, aber es ist nun mal so.»

Ist es nur eine Frage des Geldes, mit den Bayern mithalten zu können?

Völler: «Es gibt das Märchen, dass durch die Bayer AG alles bei uns bezahlt wird. Das ist alles Schwachsinn. Wenn wir unbegrenzte Möglichkeiten hätten, würde viele noch bei uns spielen: Ballack, Berbatow, Zé Roberto oder Lucio. Wir konnten die Spieler nicht mehr bezahlen. Dies haben wir 2001/2002 versucht, als wir ins Champions- League-Finale gekommen sind. Danach haben wir einen großen Schnitt gemacht: Die Spielergehälter sind nun 50 Prozent niedriger.»

Labbadia: «Wenn man die Personalkosten um 50 Prozent senkt und weiter so konkurrenzfähig ist, hat man etwas richtig gemacht. Wenn wir einen linken Verteidiger haben wollen, müssen wir einen vierten Stürmer abgeben. Diese Gedanken müssen sich Bayern oder Schalke nicht machen. Wir brauchen Geld, um allein diese Mannschaft zusammen zu halten.»

Eine große Einnahmequelle sind die Fernsehgelder. Über deren Verteilung gibt es immer wieder Diskussionen. Der FC Bayern würde sich gerne selbst vermarkten. Wie beurteilen Sie das Thema?

Völler: «Wo liegt da die Wahrheit? Jeder Verein guckt auf sich selbst. Ich glaube, dass die Regelung und Verteilung ordentlich und okay ist. Dass die Gesamtsumme höher hätte sein können, ist klar.»

Im Juli wird die rund 70 Millionen teure BayArena fertiggestellt sein. Ist damit auch ein sportlicher Aufbruch verbunden?

Völler: «Man muss das große Ganze sehen, man muss sich als Topverein der Liga weiterentwickeln. Mit dem Umbau zeigt man: Hier wird es noch lange Zeit Top-Fußball geben. Natürlich wollen wir auch Spieler verpflichten, die bezahlbar sind.»

Warum sagen Sie nicht laut: Wir wollen einen Titel holen?

Völler: «Wie kann man als Verein sagen, wir wollen den Titel gewinnen? Wir sagen nicht, dass wir Achter werden wollen, sondern wir wollen unter die ersten Fünf kommen. Damit hängen wir uns schon relativ weit aus dem Fenster. Doch zu sagen: Projekt Titel! Da muss man doch relativ bescheuert sein, wenn du mit den Bayern in einer Liga spielst.»

Was halten Sie von der Diskussion um eine Aufstockung der Bundesliga auf 20 Vereine?

Völler: «Es hat die Bundesliga stark gemacht, dass sie überzeugt davon ist, was das Beste für die Liga ist und nicht geschaut hat, dass die Italiener oder Spanier 20 Clubs haben. Die 18 Vereine sind eine ideale Lösung. Warum sollen wir etwas ändern, nur des Veränderns willen. Die Bundesliga ist mit 18 Clubs ein gutes Projekt.»

Interview: Andreas Schirmer, dpa

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