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Völler: Projekt Titel! Da muss man bescheuert sein

Düsseldorf (dpa) - 23.01.2009, 13:18 Uhr

Bruno Labbadia (l) und Sportdirektor Rudi Völler bei einer Pressekonferenz in Leverkusen.
Bruno Labbadia (l) und Sportdirektor Rudi Völler bei einer Pressekonferenz in Leverkusen.

Bayer 04 Leverkusen will trotz des notgedrungenen Umzugs ins Stadion nach Düsseldorf in der Rückrunde der Fußball-Bundesliga weiter ganz oben mitmischen.

«Wenn man so eine Vorrunde gespielt hat, drei Punkte hinter dem Ersten ist, muss man versuchen, soweit wie möglich nach vorne zu kommen», sagte Bayer- Chefcoach Bruno Labbadia in einem Interview mit der Deutschen Presse- Agentur dpa. «Wir haben keine Angst davor, ganz vorne anzugreifen.»

Allerdings weigert man sich beim Tabellenfünften, offensiv den Titelgewinn als Ziel zu nennen. «Wie kann man als Verein sagen, wir wollen den Titel gewinnen. Wir sagen nicht, dass wir Achter werden wollen, sondern wir wollen unter die ersten Fünf», erklärte Sportdirektor Rudi Völler. «Damit hängen wir uns schon relativ weit aus dem Fenster. Doch zu sagen: Projekt Titel! Da muss man doch relativ bescheuert sein, wenn du mit den Bayern in einer Liga spielst.»

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Der Umzug nach Düsseldorf wegen der Modernisierung der BayArena sei gut vorbereitet und eine Herausforderung. «Wir sehen es als großes Abenteuer und freuen uns, in Düsseldorf zu Gast zu sein», so Völler vor dem ersten Auftritt im DFB-Pokal am Mittwoch gegen Energie Cottbus (19.00 Uhr). Dabei kam die Deutsche Fußball Liga (DFL) den Leverkusenern bei der Gestaltung des Spielplans entgegen. «In der Vorrunde hatten wir ein Heimspiel mehr und die unangenehmen Heimspiele sind nun geringer: Wir erwarten zwar Gladbach, aber in der Vorrunde waren schon Dortmund, Schalke 04, Bayern München und die Kölner bei uns.»

Trotz der von Bayer 04 in der Hinrunde gebotenen hohen Fußball- Kultur und den 32 Punkten blickt Labbadia auch kritisch zurück. «Bis auf die letzten sechs Spiele haben wir begeisternden und erfolgreichen Fußball gespielt. Für den Fußball, den wir gespielt haben, haben wir aber zu wenige Punkte geholt. Das war ein Makel.» Als Grund nannte er den hohen Anspruch seiner jungen Spieler. «Meine Mannschaft will immer auf dem höchsten Level spielen», so Labbadia. «Wenn wir uns nicht auf Topniveau bewegen können, müssen auch mal drei, vier Aktionen für einen Erfolg reichen. Da sind uns Bayern und Bremen voraus.»


Eine Frage des Geldes ist es für Sportdirektor wie Trainer, dass der Rest der Liga mit den Bayern generell nicht mithalten kann. «Es gibt das Märchen, dass durch die Bayer AG alles bei uns bezahlt wird. Das ist alles Schwachsinn», sagte Völler. Wenn man unbegrenzte Möglichkeiten hätte, würden Ballack, Berbatow, Zé Roberto oder Lucio noch in Leverkusen spielen. «Wir konnten die Spieler nicht mehr bezahlen.» Dies habe man 2001/2002 versucht, als Bayer bis ins Champions-League-Finale gekommen sei. «Die Spielergehälter sind nun 50 Prozent niedriger.»

Die teure Modernisierung der BayArena für rund 70 Millionen Euro soll die Zukunft in der Bundesliga sichern. «Mit dem Umbau zeigt man: Hier wird es noch lange Zeit Topfußball geben», sagte Völler, der gegen eine Aufstockung der Bundesliga auf 20 Vereine ist. «Es hat die Bundesliga stark gemacht, dass sie überzeugt davon ist, was das Beste für die Liga ist und nicht geschaut hat, dass die Italiener oder Spanier 20 Clubs haben», meinte er. «Die 18 Vereine sind eine ideale Lösung. Warum sollen wir etwas ändern, nur des Veränderns willen. Die Bundesliga ist mit 18 Clubs ein gutes Projekt.»

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