DFL: Wirtschaftskrise kein Anlass zu Hysterie
Frankfurt/Main (dpa) - 16.01.2009, 18:32 Uhr
Christian Seifert gibt für den deutschen Fußball 2009 eine positive Prognose ab.
Nach Jahren steten Wachstums erwartet die Deutsche Fußball Liga GmbH (DFL) auch mit der weltweiten Wirtschaftskrise im Nacken ein «anspruchsvolles Geschäftsjahr 2009». «Die Substanz entscheidet und die Bundesliga ist sehr gut aufgestellt, um die Herausforderungen zu meistern. Besser als manch anderer», sagte Christian Seifert als Vorsitzender der DFL-Geschäftsführung in Frankfurt. Sie werde als Ganzes gut durch die Krise kommen und international bis 2010 unter die Top-Drei-Ligen Europas vorstoßen können. Die Erlöse aus Fernsehgeldern der DFL sind für den Zeitraum 2006 bis 2013 auf insgesamt 3,2 Milliarden Euro gestiegen. Das sind laut Seifert 52 Prozent der gesamten TV-Umsätze, die seit Gründung der Bundesliga 1963 erzielt worden sind. Basierend auf dem satten Polster von 1,65 Milliarden Euro für den neuen vierjährigen Vermarktungs- Vertrag der Fernsehrechte für die 1. und 2. Bundesliga von der Saison 2009/2010 an, erhalten die 36 Proficlubs mit durchschnittlich 412 Millionen Euro jährlich sogar sieben Millionen mehr als bisher. Bis 2013 soll das Niveau auf die «sensible Masse» von 465 Millionen pro Verein steigen.
Allerdings müsse der Gürtel noch einmal enger geschnallt werden. «Wir können nicht leugnen, dass die Clubs eine Delle von 20 Millionen Euro weniger für 2009/2010 verkraften müssen», sagte Seifert. «Aber das ist definitiv kein Anlass zur Hysterie.» Es sei ausgeschlossen, zur etwaigen Vorfinanzierung Bankkredite heranzuziehen. Immerhin könnten DFL-Einnahmen in Deutschland aus Fernsehgeldern bis 2013 «maximal um 500 bis 600 Millionen Euro» gesteigert werden, betonte der Geschäftsführer. «Mehr geht aber nicht.» Um langfristig mehr Wachstum erzielen zu können, müsse unter anderem auch die DFL und der Ligaverband zur Abgrenzung zum Deutschen Fußball-Bund (DFB) ein eigenes Profil erhalten. «Der Ligaverband hat es bisher nicht geschafft, eine eigene Marke im Spagat zwischen Fußball und Finanzen zu entwickeln», sagte Seifert. Nach einer repräsentativen DFL-Umfrage hätte der DFB einen Bekanntheitsgrad von 67 Prozent, die DFL 38 Prozent und der Ligaverband 11 Prozent. «Wir müssen ein eigenes Profil entwickeln, nachdenken über eigene Marken, wenn wir gehört werden wollen», sagte Seifert. «Im zukünftigen Verhältnis zum DFB muss sichtbar sein, wer Lokomotive und wer Anhänger ist. Wir müssen uns stärker positionieren», hieß es vor den Verhandlungen über den künftigen Grundlagenvertrag ab der neuen Saison, der die Abgaben zwischen Verband und der Bundesliga regelt.
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