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Beckenbauer attestiert Hoffenheim «Größenwahn»

München (dpa) - 02.01.2009, 12:32 Uhr

Franz Beckenbauer attackiert verbal die TSG 1899 Hoffenheim.
Franz Beckenbauer attackiert verbal die TSG 1899 Hoffenheim.

Pünktlich zum Trainingsstart der ersten Fußball-Bundesligisten hat Franz Beckenbauer eine neue Runde im verbalen Schlagabtausch mit Herbstmeister 1899 Hoffenheim eingeläutet.

«Bei Hoffenheim verfolge ich mit Sorge den beginnenden Größenwahn», stellte der Präsident des FC Bayern München in der «Bild»-Zeitung fest. Und ergänzte: «Einige Aussagen aus dem Club stehen im völligen Gegensatz zur Person Dietmar Hopp, der in seiner Bescheidenheit vorbildlich ist».

Hoffenheim reagierte mit Verwunderung auf Beckenbauers Attacke, hat aber kein Interesse an einer Fortsetzung der Auseinandersetzung. «Für das Jahr 2009 soll unser Auftritt weiterhin von Respekt und Bescheidenheit geprägt sein. Gerade im Bezug auf die Bayern wissen wir, dass wir uns mit ihnen überhaupt nicht messen können. Sie sind uns um Jahrzehnte voraus», sagte Hoffenheims Manager Jan Schindelmeiser der Zeitung «Die Welt». Den Verbalangriff des «Kaisers» wollte er nicht überbewerten: «Gerade Franz Beckenbauer hat sich in der Vergangenheit immer ausgesprochen fair und respektvoll uns gegenüber geäußert. So sollte es bleiben.»

Die Auseinandersetzungen zwischen dem Rekordmeister und dem Bundesliga-Aufsteiger hatten vor und nach dem Gipfeltreffen beider Clubs am 5. Dezember vorigen Jahres einen ersten Höhepunkt erreicht, als sich vor allem Bayern-Manager Uli Hoeneß und 1899-Trainer Ralf Rangnick heftige Wortgefechte lieferten. Bei der Wahl zum «Sportler des Jahres» am 21. Dezember hatte dann Schindelmeiser gestichelt: «Ich weiß, dass die Bayern gerne Herbstmeister geworden wären. Wir widmen ihnen diesen Titel. Für uns ist er nicht so wichtig.»

Auf Beckenbauers scharfe Reaktion gemünzt meinte Schindelmeiser, wenn seine damalige Aussage den Eindruck erweckt haben sollte, «wir wären größenwahnsinnig, kann ich mich dafür nur entschuldigen. So war es nicht gemeint.» Unabhängig von allen gemachten Äußerungen erwartet Beckenbauer von der am 30. Januar beginnenden Rückrunde ein spannendes Titelrennen, das er nicht auf ein Duell zwischen Bayern und Hoffenheim reduzieren will: «Wenn Leverkusen, Schalke oder Bremen eine stabile Rückrunde spielen, können sie durchaus noch eingreifen.»


Sorgen macht sich Beckenbauer um die Nachfolge von Manager Uli Hoeneß, der im November dieses Jahres an seiner Stelle Präsident und Aufsichtsrats-Vorsitzender beim FC Bayern werden soll. «Einer allein kann Uli noch nicht ersetzen. Er hat so viel Verantwortung geschultert, dass man sie in Zukunft möglicherweise auf mehrere Schultern verteilt», meinte der 63-Jährige. Laut Bayern-Chef Karl- Heinz Rummenigge will sich Club schon in der Winterpause Gedanken über die «sehr schwierige Personalie» machen. «Wir können Uli nicht durch einen Nobody ersetzen. Es muss ein Schwergewicht sein, das sich in der Bundesliga und im internationalen Fußball auskennt. Das ist ein sehr limitierter Kreis», sagte Rummenigge in der «Bild»-Zeitung.

Der immer wieder als Kandidat gehandelte Ex-Nationaltorwart Oliver Kahn steht für die Hoeneß-Nachfolge vorerst nicht zur Verfügung. «Also, was ich 2009 alles vorhabe - da ist es schwer vorstellbar», sagte der ehemalige Bayern-Kapitän, der durch seinen Job als ZDF- Experte, ein Fußball-Projekt in Asien und eine TV-Show ausgebucht ist. Spekulationen über Werder Bremens Sportdirektor Klaus Allofs als Hoeneß-Erbe will Rummenigge nicht in Gang setzen, «aber ich mag ihn sehr und schätze seine Arbeit.»

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