Eine Zeitreise im «Borusseum» von Dortmund
Dortmund (dpa) - 19.12.2008, 13:08 Uhr
Im «Borusseum» lernen die Besucher über den Traditionsverein von Dortmund.
Eine kleine schwarz-gelbe Fußball-Welt versteckt sich hinter jeder Klappe im «Borusseum»: Bedächtig öffnet Sigfried Held die Schranktür an der sein Name prangt. «Sigi, Sigi - mach ein Tor», dröhnt es einen Meter weiter leicht verrauscht aus einem Lautsprecher. Schwarz-weiße Bilder von 1966 zeigen jubelnde BVB- Spieler nach dem Europapokal-Finale gegen den FC Liverpool, mittendrin Held. «Man fühlt sich sofort zurückversetzt», erzählt der 66 Jahre alte frühere Nationalspieler im neuen Museum des Fußball- Bundesligisten Borussia Dortmund, das zum 99. Geburtstag des Clubs eröffnet wurde. Hoch über dem Rasen im Signal-Iduna-Park und unter dem Tribünendach beginnt eine Reise in die BVB-Vergangenheit. Die nachempfundene Kneipe «Wildschütz» präsentiert die Gründungstage, die Station «Rote Erde» zeigt Bilder, Eintrittskarten, Urkunden und Zeitungsartikel aus den 50er und 60er Jahren, im «Westfalenstadion» geht es in die Gegenwart.
«Wir haben das schönste Fußball-Museum Deutschlands», sagte Schatzmeister Reinhold Lunow stolz. Man solle alle Devotionalien auf den Müll werfen, hatte noch in den 1970-er Jahren ein Dortmunder Präsident gefordert. Heute ist der BVB froh, diesem Ratschlag nicht gefolgt zu sein. «Dieses Museum soll eine Erinnerung sein, für alle die Borussia lieben», sagt Präsident Reinhard Rauball. Über 1000 Spender haben 700 000 Euro für das Museum aufgebracht, der Rohbau wurde von der Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) finanziert. Noch eine zweite Schau ist im Jubiläumsjahr am Freitag eröffnet worden. In der Dreifaltigkeitskirche werden die kirchlichen Wurzeln des BVB gezeigt. Katholische Jugendliche hatten zunächst innerhalb der Gemeinde Fußball gespielt. Als dies bei dem Kaplan auf Missfallen stieß, wurde der BVB Dortmund gegründet. |