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«Untadeliger Sportsmann» Magath ärgert DFB

Wolfsburg (dpa) - 19.12.2008, 12:23 Uhr

Felix Magath leistet beim VfL Wolfsburg erfolgreiche Arbeit.
Felix Magath leistet beim VfL Wolfsburg erfolgreiche Arbeit.

Felix Magath wehrt sich weiterhin mit Händen und Füßen gegen die vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) verhängte 10 000 Euro-Geldstrafe wegen Schiedsrichterbeleidigung.

Seine Ankündigung, in dieser Angelegenheit vor das DFB-Bundesgericht zu ziehen, dürfte den Sportrichtern nicht gefallen. Es droht ein Gang durch alle DFB- Instanzen. Den Ärger über die unnachgiebige Haltung des Wolfsburger Trainers und 43-maligen Nationalspielers verpackte der Verband aber in höfliche Worte.

«Felix Magath ist sicherlich ein untadeliger Sportsmann, der nach vielen Jahren als Trainer erstmals mit der Sportgerichtsbarkeit in Berührung kommt», teilte Hans E. Lorenz als Vorsitzender des DFB- Sportgerichts mit. Er hatte in zweiter Instanz das Einzelrichter-Urteil bestätigt und Magaths Schiedsrichter-Schelte «Herr Fleischer, Ihre Spielleitung ist unter aller Sau» mit der Geldbuße bestraft. «Der Ausspruch ist formal eine Beleidigung. Wir halten das Strafmaß dementsprechend für außerordentlich maßvoll», argumentierte Lorenz.

Der Trainer des VfL Wolfsburg sieht das anders. «Ich fühle mich zu hart bestraft für nur einen Ausspruch», sagte Magath. Der 55-Jährige räumte im Interview mit der «Welt» zwar Fehler ein («Die Wortwahl hätte sicherlich eine andere sein können»), verwies wegen der Schmähkritik aber auch auf andere Meinungen: «Ich habe mich bei Richtern umgehört, alle haben mir bestätigt, dass ich keine Beleidigung ausgesprochen habe.» Nun muss sich das DFB-Bundesgericht als dritte Instanz mit der Schiri-Schelte befassen, wegen der Magath im Spiel gegen den VfB Stuttgart in der zweiten Halbzeit auf die Tribüne musste.

Der bisher unbescholtene Trainer fühlt sich an den Pranger gestellt. Magath wollte nach eigenen Angaben die Sache mit Schiedsrichter Helmut Fleischer unter vier Augen klären. Doch DFB- Vizepräsident Rainer Koch habe den Fall öffentlich gemacht. Koch hatte dem Wolfsburger Trainer vorgehalten, die «massive Beleidigung des Schiedsrichters zu bagatellisieren, Stimmung gegen die Schiedsrichter zu machen und sich mit den Rechtsorganen des DFB anzulegen». Magath sieht das anders: «Ich akzeptiere Fehlentscheidungen der Schiedsrichter schon die ganzen Jahre, ohne ein Wort zu sagen. Es sieht keiner, wenn ich nichts mache. Ich will Gerechtigkeit.»


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