Das Rudel bleibt in Bewegung. Eineinhalb Jahre nach seinem Amtsantritt ist «Leitwolf» Felix Magath beim VfL Wolfsburg weiter damit beschäftigt, das Team zu formen, das in der Fußball-Bundesliga und auf europäischer Bühne spätestens im nächsten Jahrzehnt an die Spitze stürmt.
«Wir werden in der Winterpause den einen oder anderen Spieler abgeben. Und dann sind auch Verstärkungen denkbar», kündigte der 55 Jahre alte Fußball-Lehrer an. Der erste mögliche Neuzugang hat sich in Wolfsburg bereits vorgestellt. Der Japaner Yoshito Okubo (26) von Vissel Kobe aus der japanischen J-League besuchte über das Wochenende mit Familie die VW- Stadt, schaute sich das 1:2 seiner etwaigen neuen Arbeitskollegen im Spiel bei Werder Bremen an und informierte sich bei Landsmann Makoto Hasebe über Leute und Leben in der niedersächsischen Provinz. «Okubo hat sich gut mit Makoto unterhalten», berichtete Magath.
In die Karten schauen ließ sich der gewiefte Coach, Sportdirektor und Geschäftsführer in Personalunion natürlich nicht. Aber Okubo würde genau in das aktuelle Anforderungsprofil passen. Der Angreifer ist dribbelstark, klein und wendig, wäre so eine passende Alternative zum Parade-Sturm mit den wuchtigen Edin Dzeko und Grafite. «Ein guter Mann», ließ sich Magath schmunzelnd entlocken. Das weiß man aber auch in Kobe und ruft für den Nationalspieler angeblich eine zweistellige Millionensumme auf, wenn er denn aus dem bis 2011 laufenden Vertrag entlassen werden soll. Ob der VfL, der in Magaths Ägide schon mehr als 30 Millionen Euro investiert hat, bereit ist, die Summe zu zahlen, wird sich zeigen.
Handlungsbereitschaft demonstriert der VfL indes schon in Sachen Verkäufe. Wie im «Fall» Jonathan Santana. Der 27 Jahre alte Argentinier mit paraguayanischen Pass - einer der letzten von jenen, die schon vor Magath da waren - ist schon in seiner Heimat auf Jobsuche, obwohl sein Vertrag noch bis 2011 läuft. Routinier Jacek Krzynowek (32) hat seine Familie bereits zurück in die polnische Heimat geschickt, um früher oder später zu folgen. Angreifer Mame Niang (24) - im Vorjahr aus Südafrika geholt - ist bereits weg und hat bei Viking Stavanger einen Dreijahresvertrag unterschrieben. «Für seine sportliche Entwicklung ist ein Wechsel besser. Bei uns hätte er es schwer gehabt zu spielen", sagte Magath.
Das sind alles aber nur noch punktuelle Strukturveränderungen. Die Basis ist bereits gelegt in Wolfsburg. «Die Mannschaft hat sich in den vergangenen Monaten sehr gut gefestigt und wird ihren Weg weitergehen. Da bin ich mir sicher», betonte Magath.