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Hoffenheim landet mit Hildebrand Transfercoup

Frankfurt/Main (dpa) - 10.12.2008, 18:12 Uhr

Trainer Ralf Rangnick (l) begrüßt Torwart Timo Hildebrand in Hoffenheim.
Trainer Ralf Rangnick (l) begrüßt Torwart Timo Hildebrand in Hoffenheim.

Mit der Verpflichtung von Ex- Nationaltorwart Timo Hildebrand hat sich Bundesliga-Spitzenreiter 1899 Hoffenheim bereits zwei Wochen vor Weihnachten selbst beschert und zugleich einen echten Transfercoup gelandet.

Begleitet von einem riesigen Medienrummel, der selbst die bisherige Rekord-Pressekonferenz vor dem Spiel bei Bayern München vor einer Woche in den Schatten stellte, präsentierten die Hoffenheimer den 29-Jährigen als neue Nummer eins. «Ich wollte nicht länger warten, sondern meine Situation in Valencia sofort ändern. Ich will wieder angreifen», sagte Hildebrand, der beim Aufsteiger einen Vertrag über eineinhalb Jahre bis zum 30. Juni 2010 unterschrieb.

«Die Verpflichtung von Timo ist ein Vorgriff auf den Sommer. Eigentlich wollten wir auf der Torwartposition erst nach der Saison aktiv werden», erklärte Hoffenheims Manager Jan Schindelmeiser. Doch nachdem Hildebrand seinen Vertrag in Valencia, wo er zuletzt als Nummer drei nur noch auf der Tribüne saß, aufgelöst hatte, schlugen die Hoffenheimer zu. Auch weil sie von ihren bisherigen Torhütern Ramazan Özcan (6 Einsätze) und Daniel Haas (10) nicht überzeugt waren.

«Timo ist vom Typ her ein Torhüter, der genauso spielt, wie ich mir das vorstelle. Ich kenne in Deutschland keinen Keeper, der fußballerisch besser ist», sagte 1899-Coach Ralf Rangnick. Der Übungsleiter hatte den Blondschopf bereits in Stuttgart gefördert und zur Nummer eins gemacht.

Der Hoffenheimer Trainer wurde am Mittwoch kurz nach Mitternacht von seinem derzeit in England weilenden älteren Sohn per Telefon geweckt, und davon informiert, dass der Wechsel im Internet bereits als perfekt gemeldet wurde. Auch Schindelmeiser wurde von der Entwicklung überrollt. «Geplant war die Präsentation von Timo eigentlich für den kommenden Dienstag, weil wir erst noch das letzte Spiel gegen Schalke abwarten wollten», gestand Schindelmeiser.


Für Hildebrand bedeutet der ablösefreie Wechsel zugleich eine Rückkehr in seine private Heimat. Der Keeper, der im Sommer 2007 als deutscher Meister vom VfB Stuttgart zum spanischen Topverein gewechselt war, ist in der Nähe von Worms aufgewachsen. Ausschlaggebend für den Wechsel nach Hoffenheim war für den siebenmaligen Nationalspieler aber die sportliche Perspektive. «Wenn es mir ums Geld gegangen wäre, hätte ich woanders hingehen müssen», meinte Hildebrand.

Parallel zum Vereinswechsel hat er auch Änderungen in seinem Umfeld vorgenommen und den Berater gewechselt. Für die Hoffenheimer Verantwortlichen war dieser Schnitt sehr wichtig, um Hildebrand, der dem Club bereits im Sommer angeboten worden war, unter Vertrag zu nehmen. «Diese Aussage, einen kompletten Neuanfang zu machen, hat uns überzeugt und bewogen, den Transfer durchzuziehen», meinte Schindelmeiser.

Bis zum Trainingsauftakt am 3. Januar wird Hildebrand nun versuchen, sich in Topform zu bringen. Dafür wird der Torhüter, der vor der Europameisterschaft von Bundestrainer Joachim Löw ausgebotet worden und dann auch in Valencia aufs Abstellgleis geraten war, bereits mit dem Hoffenheimer Torwarttrainer Cesar Thier trainieren. «Es gilt nun, Timo so schnell wie möglich in die Form zu bringen, in der er im Sommer 2007 nach Spanien gewechselt ist», sagte Rangnick.

Sein letztes Pflichtspiel hat Hildebrand am 24. August im spanischen Supercup gegen Real Madrid bestritten. Dennoch wollte er den Wechsel in die Primera Division nicht als Fehler bezeichnen. «Ich wollte mich menschlich und sportlich weiterentwickeln, das ist passiert. Trotz der unbefriedigenden Situation zuletzt ziehe ich aus der Situation sehr viel raus», meinte Hildebrand. Dass er sich in Hoffenheim auch wieder ins Blickfeld der DFB-Elf spielen kann, sei derzeit sekundär. «Daran denke ich nicht. Wichtig ist, dass ich wieder spiele und das Vertrauen spüre. Das war zuletzt in Valencia nicht der Fall.»

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