Blanke Nerven bei Werder-Spielern
Bremen (dpa) - 09.12.2008, 12:48 Uhr
Werders Mittelfeldspieler Diego wurde für vier Spiele der Bundesliga gesperrt.
Bremen (dpa) - Diego ist noch einmal glimpflich davongekommen. Nur vier Bundesliga-Spiele muss der Spielmacher von Werder Bremen pausieren, obwohl er den Karlsruher Christian Eichner gewürgt hat. Überraschend milde ist das Urteil vor allem, weil der brasilianische Ballzauberer ein Wiederholungstäter ist. Die kriselnden Bremer trifft die verkündete Strafe dennoch hart, denn sie müssen in den kommenden drei Punktspielen ohne ihre erfolgreichsten Offensivkräfte auskommen. Am Vortag war bereits Claudio Pizzaro für drei Partien gesperrt worden war. Neben dem sportlichen kommt aber noch der Image-Schaden, der Clubchef Jürgen Born Sorgen bereitet. Was ist nur mit den Bremern los? Jahrelang begeisterten sie die Fußballfans in Deutschland mit forschem Angriffsfußball, doch in dieser Saison stecken sie in einer tiefen Krise und im Niemandsland der Liga fest. Viel schlimmer ist allerdings, dass sich die Stars des Teams gehen lassen und gegen Karlsruhe herum rüpelten. Pizarro schlug dem Karlsruher Martin Stoll in der Schlussminute des vorletzten Hinrundenspiels an den Hals, anschließend griff Diego mit beiden Händen an Eichners Hals. «So etwas darf beiden nicht passieren», schimpfte Sportchef Klaus Allofs: «Da muss man seine Nerven im Griff haben.» Noch am Abend des Spiels gab es nach der Rückkehr eine Standpauke.
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Es folgte die Strafe des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Den in Karlsruhe des Feldes verwiesenen Pizarro sperrte das Sportgericht wegen der Tätlichkeit für drei Spiele. Diego erhielt ein Spiel mehr «wegen einer Tätlichkeit gegen den Gegner in der Form des krass sportwidrigen Verhaltens». Schiedsrichter Guido Winkmann (Kerken) hatte die Szene zwar nicht gesehen, doch der DFB-Kontrollausschuss hatte im Anschluss an die Auswertung der Fernsehaufzeichnung nachträglich ermittelt. Während Pizarro sich noch am Spieltag entschuldigte («Ich bereue es») war von Diego bislang nichts zu hören. «Wir müssen schnell sehen, dass wir unser Image wieder geradebiegen», sagte Clubchef Born. «Wir können die Dinge leider nicht rückgängig machen, aber die Spieler haben eingesehen, dass sie im Frust zu weit gegangen sind.» Offensichtlich ist, dass bei den Bremern am Ende der verkorksten Hinrunde mit dem vorzeitigen Champions-League-Aus und dem Absturz ins Bundesliga-Niemandsland die Nerven blank liegen. Das Rot für Pizarro ist bereits der dritte Platzverweis für die Bremer in der laufenden Saison. |