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Bild: Sportschau zeigt Zusammenfassung

Frankfurt/Main (dpa) - 27.11.2008, 19:01 Uhr

Ein Logo der Fußball-Bundesliga.
Ein Logo der Fußball-Bundesliga.

Weniger Geld, ansonsten bleibt fast alles beim alten: Der Fernsehsender Premiere erhält nach Informationen der «Bild»-Zeitung die Pay-TV-Rechte für die Fußball-Bundesliga, die ARD-Sportschau sendet weiter die erste frei empfangbare Spieltag-Zusammenfassung am Samstag.

Nach Informationen der «Süddeutschen Zeitung» wird die ARD zusätzlich am Sonntag eine Zusammenfassung der Spiele senden. Dies berichtet die Zeitung in ihrer Freitagsausgabe. Den Informationen zufolge soll es am Sonntagabend im ersten Programm eine weitere Sportschau geben, die über die Sonntagsspiele der Fußball-Bundesliga berichtet. Bisher zeigte das DSF die Sonntagspartien im Free TV.

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) bestätigte diese Informationen nicht, hat aber für den 28. November nach der Mitgliederversammlung eine Pressekonferenz zur Vergabe der Fernsehrechte von der Saison 2009/2010 an angekündigt. Premiere werde weiter alle Spiele live zeigen, hieß es in dem Bericht, darunter auch die neue Partie am Samstagabend um 18.30 Uhr.

Das war von Premiere gefordert worden, um die Exklusivität der Berichterstattung zu erhöhen. Die Samstagabend-Begegnung kommt dem Bericht zufolge zeitgleich mit der Zusammenfassung des Spieltages in der ARD-Sportschau, die weiterhin vor 20 Uhr berichten darf. Hier konnte sich Premiere offenbar nicht durchsetzen. Der Sender hatte immer wieder gefordert, dass frei empfangbare Fernsehbilder erst nach 20 Uhr ausgestrahlt werden. Von der Samstagabend-Partie werde es zudem Bilder im ZDF-Sportstudio geben. Im MDAX stiegen am Donnerstag Premiere-Aktien um 38,08 Prozent auf 4,46 Euro. Ein Händler sagte: «Das klingt zwar spekulativ, treibt aber die Aktie deutlich an.»

Die Liga wird nach «Bild»-Angaben wegen der Finanzkrise für die gesamten Bundesligarechte weniger erhalten als bisher. Die Summe solle bei 400 Millionen Euro pro Saison liegen und damit neun Millionen unter dem bislang gezahlten Betrag. Der Medienunternehmer Leo Kirch hatte bei dem geplatzten Geschäft mit Sirius 500 Millionen Euro garantiert. Diese Summe hätte es aber nur gegeben, wenn keine frei empfangbaren Bilder mehr vor 22 Uhr gelaufen wären. Diesen Plan stoppte jedoch die Kartellbehörde.


Die DFL bestätigte die Vergabe der TV-Rechte nicht. «Es ist noch nichts entschieden. Wir können dazu nichts sagen. Kein Kommentar», sagte ein DFL-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die Geschäftsführer Christian Seifert und Tom Bender weilten auf Sitzungen. Dem DFL-Vorstand sollen die Pläne präsentiert werden. Zuvor hatte der Dachverband der Profivereine wegen der Nachverhandlungen den 3. November als Ersatztermin für eine Mitgliederversammlung festgelegt.

Die anhaltenden Probleme des Pay-TV-Senders Premiere hatten das erklärte Ziel der DFL gefährdet, zumindest den Status quo mit rund 409 Millionen Euro jährlich zu halten. Aufgrund der weltweiten Finanzkrise scheinen sich aber auch andere Medien-Unternehmen beim erhofften Wettbieten deutlich zurückgehalten zu haben. Zu Premiere als wichtigstem Geldgeber gibt es für die Liga jedoch keine Alternative: Der Pay-TV-Sender zahlt derzeit rund 205 Millionen Euro pro Saison. Anfang der Woche war noch von schwierigen Gesprächen von Premiere mit zwei Bankkonsortien berichtet worden. Der Sender hatte die Bundesligarechte Ende 2006 einmal zwischenzeitlich verloren. Der Aktienkurs fiel damals drastisch.

Nur 19 Interessenten hatten sich bis zur Frist am 21. November um 12 Uhr bei der DFL mit konkreten Angeboten gemeldet, nachdem zunächst 39 Unternehmen die Unterlagen angefordert hatten. Aber nicht nur die niedrige Gesamtzahl, auch die Art und die Höhe der Angebote scheint bei der DFL wenig Begeisterung und Nachverhandlungen ausgelöst zu haben. Die Kabel-Unternehmen Unity Media und Kabel Deutschland sowie der US-Konzern Disney mit seinem Sportsender ESPN hatten nach Angaben des «Handelsblattes» kein Interesse an Live- Rechten, so dass Premiere im Pay-TV-Bereich wieder konkurrenzlos war. Auch die Medien-Unternehmen leiden unter der Bankenkrise und damit unter Finanzierungsproblemen.

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