Bittere FCK-Niederlage in Hannover - Schonfrist für Jara
Hannover (dpa) - 26.10.2004, 22:22 Uhr
Carsten Jancker liefert sich mit dem Hannoveraner Dariusz Zuraw ein Kopfballduell.
Die Luft wird für Kaiserslauterns Trainer Kurt Jara immer dünner. Der Tabellenletzte der Fußball-Bundesliga verlor bei Hannover 96 mit 1:3 (1:1), so dass der Druck auf den FCK-Coach weiter wächst, doch der Österreicher erhält eine Schonfrist. «Er ist auf jeden Fall am Wochenende unser Trainer», erklärte FCK-Vorstandschef Rene C. Jäggi nach dem Abpfiff in einem «Premiere»-Interview und nahm Jara kurz darauf demonstrativ in den Arm. Die Gastgeber feierten nach Toren von Michael Tarnat (33. Minute) und Jiri Stajner (65./86.) vor 24 536 Zuschauern den vierten Sieg in Serie. Die Führung hatte Ioannis Amanatidis (26.) erzielt. Die Lauterer boten eine enttäuschende Partie. Lange ohne Mut und meist ohne Ideen präsentierte sich der Gast wie ein Abstiegskandidat in der AWD-Arena. Vor allem in der Abwehr wirkte die Elf verunsichert und zeigte auf der linken Abwehrseite eklatante Schwächen, wo Thomas Drescher eine ganz schwache Partie bot und zur Pause durch Bill Tchato ersetzt wurde. Wie nervös die Spieler vom Betzenberg waren, zeigte sich am deutlichsten in der 7. Minute, als Torwart Tim Wiese einen harmlosen Ball fallen ließ und erst im Nachfassen sicher hatte.
Dennoch war der Keeper bester Lauterer und vereitelte gleich mehrere gute Chancen der Gastgeber, die das Spiel klar dominierten und sich über weite Strecken spielfreudig präsentierten. Um so überraschender fiel die Führung der Lauterer, die bis dahin kaum vor das Tor des ebenfalls starken Robert Enke gekommen waren. Im Beisein seines Nationaltrainers Otto Rehagel drückte der griechische Stürmer nach Vorlage von Marco Engelhardt den Ball aus knapp zehn Metern unhaltbar ins Netz. Dass die Lauterer Profis zu ihrem Trainer stehen, wurde im Anschluss an das Tor sichtbar, als Amanatidis über den halben Platz lief, um Jara zu umarmen. Kurz vor dem Wechsel scheiterte der starke Angreifer dann aber per Kopfball an Enke. Später bereitete er die beste Chance seines Team in der 2. Hälfte vor, die Carsten Jancker (55.) allein vor Enke vergab. |