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Gerüchteküche um VfB-Juwel Gomez

Stuttgart (dpa) - 12.11.2008, 13:35 Uhr

Stuttgarts Stürmer Mario Gomez schießt derzeit Tore wie am Fließband.
Stuttgarts Stürmer Mario Gomez schießt derzeit Tore wie am Fließband.

Sechs Tore in der Bundesliga, fünf im laufenden UEFA-Cup und insgesamt 15 in 19 Saison-Pflichtspielen: Mario Gomez hält mit seinen Gala-Auftritten die Ambitionen des VfB Stuttgart am Leben.

Gomez heizt mit seinen Treffern zugleich die Gerüchte um seinen vorzeitigen Abschied von den Schwaben immer wieder an. Denn je regelmäßiger Gomez trifft, desto mehr verdichten sich die Anzeichen, dass er seinen Weg nach Saisonende woanders fortsetzen wird. Am häufigsten genannt wird nach wie vor der FC Bayern, der bereits im Sommer vergeblich versucht hatte, den 23-Jährigen loszueisen. 25 Millionen Euro «plus X» soll Gomez dem wohl bereits nach Ersatz für Lukas Podolski suchenden Branchenprimus schon im ersten Anlauf wert gewesen sein.

Der vertraglich noch bis 2012 an den VfB gebundene Angreifer mauert öffentlich. «Spekulationen interessieren mich nicht», wiederholt Gomez beharrlich. Beenden lassen sich diese durch das Schweigen des nach seiner verkorksten Europameisterschaft wieder erstarkten Stürmers freilich nicht. Zumal erst vergangenen Donnerstag die Rekordzahl von 26 Spionen aus ganz Europa Gomez' neuerliche Zwei- Tore-Gala gegen Belgrad im Stuttgarter Stadion verfolgte.

Hatte der Schwabe mit spanischen Wurzeln vor einigen Monaten noch häufig einen ausländischen Großclub - allen voran den FC Barcelona - als Ziel seiner Träume bezeichnet, könnte der Weg nun vorerst doch nach München führen. Schon nachdem Stuttgart im EM-Sommer einen Deal abgeblockt hatte, kündigte Bayern-Manager Uli Hoeneß späteres Nachsetzen an. Und trotz Hoeneß' Dementi scheint angesichts der wachsenden Unzufriedenheit von Edelreservist Podolski schon bald ein Platz in der Münchner Offensive frei zu werden. Dort könnte Gomez im Falle eines Transfers Champions-League-Erfahrung sammeln und damit auch seine Position bei Bundestrainer Joachim Löw stärken.

Zusätzliche Nahrung erhalten die Wechsel-Gerüchte durch Medienberichte, nach denen der Torjäger eine Ausstiegsklausel haben soll, die ihm ermöglicht, für 30 Millionen Euro ins Ausland zu wechseln. Daraus entsprang auch die neueste Variante (noch) fiktiver Transfer-Szenarien: Gomez könnte für kurze Zeit zu Red Bull Salzburg transferiert werden, heißt es, um von dort zu den mit den Österreichern in engem Kontakt stehenden Bayern geholt zu werden.


Zu derart abenteuerlichen Gedankenspielen schweigt Horst Heldt demonstrativ. Auf die Gomez-Fragen auswärtiger Journalisten reagiert Stuttgarts Sportdirektor zunehmend genervt. Einen Verkauf seines Juwels in der Winterpause schließt der 38-Jährige aus. «Dazu ist alles gesagt», betont Heldt, sagt aber auch: «Was im Sommer passiert, ist nicht absehbar.»

Heldts Abwehrhaltung ist verständlich, schließlich ist Gomez für den VfB von unschätzbarem Wert. Der ehrgeizige Modellathlet war an der Hälfte der 18 Bundesliga-Tore der Stuttgarter beteiligt und im UEFA-Pokal wäre ohne seine Treffsicherheit das Überstehen der Gruppenphase schon nach zwei Spielen kaum mehr als ein frommer Wunsch.

«Klar, ich schieße viele Tore und ich weiß auch um meinen Stellenwert», sagt der Stuttgarter Ersatzkapitän. «Aber es ist zu einfach, alles auf mich zu reduzieren. Bei vielen Toren wurde mir der Ball so gut aufgelegt, den hätte auch ein anderer Angreifer rein gemacht.» Es ist nicht unwahrscheinlich, dass ab der kommenden Saison tatsächlich ein anderer Stürmer die Bälle für den VfB einnetzen muss.

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