Bayern-Manager Hoeneß ist Hoffenheim-Fan
München (dpa) - 30.10.2008, 14:58 Uhr
Manager Uli Hoeneß findet an Hoffenheim gefallen.
Uli Hoeneß hat sich als Fan von Bundesliga-Primus 1899 Hoffenheim geoutet. «Ich habe hohen Respekt und bin begeistert von dem, was da geleistet wird», zollte der Manager des deutschen Fußball-Rekordmeisters Bayern München angesichts des Hoffenheimer Höhenflugs Respekt. Hoeneß bezeichnete den Provinzclub als ernsthaften Konkurrenten im Titelkampf: «Hoffenheim wird sich nachhaltig in der Bundesliga-Spitze etablieren und um die Meisterschaft mitspielen». Beim Pressegespräch in München bestätigte Hoeneß, dass einige italienische Vereine ihr Interesse an Nationalspieler Bastian Schweinsteiger bekundet hätten. Dass die Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick mit dem 3:1 in Bochum und dem vierten Sieg in Serie die Tabellenführung festigte, ist für Hoeneß «kein Zufall wie damals bei Kaiserslautern, was eine eine Eintagsfliege war, und auch kein Produkt von einem halben Jahr, sondern von mehreren Jahren.» Die Bayern selbst seien auf einem guten Weg, das Ziel Herbstmeisterschaft zu erreichen, «denn es geht um eine gute Ausgangsposition für eine erfolgreiche Titelverteidigung.» Auf dem Weg dahin sieht Hoeneß den Aufsteiger aus Hoffenheim als hartnäckigen Rivalen: «Ich bin mir im Klaren, dass wir sie nicht ohne Weiteres abschütteln. Sie werden wie eine Klette an uns hängen.»
Bei den anstehenden Vertragsverhandlungen mit Schweinsteiger und Zé Roberto hat Hoeneß ein gutes Gefühl. Angeblich sind Italiens Spitzenclubs wie Inter und AC Mailand sowie Juventus Turin hinter dem 24-Jährigen her, aber die Bayern werden sich laut Hoeneß «einiges einfallen lassen, um ihn zu halten.» Wie bei Schweinsteiger läuft auch bei Ze Roberto (34) am Saisonende der Vertrag aus. Der derzeit in Hochform aufspielende Brasilianer hat schon über einen Abschied aus München nachgedacht, doch für Hoeneß ist das letzte Wort noch nicht gesprochen: «Zé ist ein sehr emotionaler Mensch und wird eine Vertragsverlängerung von seiner Gefühlssituation abhängig machen. Wenn die passt, dann werden die Verhandlungen nur sieben Minuten dauern.» Sorgen macht sich der Bayern-Manager um Lukas Podolski, der anders als in der Nationalmannschaft nicht richtig in Schwung kommt und nach der Verletzung von Luca Toni bisher seine Chance auf einen Stammplatz nicht nutzen konnte. «Poldi wird hochgejubelt. Dann glaubt er selbst, dass er toll ist», meinte Hoeneß, «aber wenn einer zwei Tore gegen Liechtenstein schießt, hat das nichts zu heißen. Da sieht auch eine Drittligamannschaft gut aus.» Es sei gravierend zu sehen, dass drei Spieler (Schweinsteiger, Klose und Franck Ribéry) «extrem gut sind und einer es nicht umsetzen kann.» Für Podolski war es nach der jüngsten Kritik von Trainer Jürgen Klinsmann die zweite verbale Watschn, aber auch für Torwart Michael Rensing fand Hoeneß deutliche Worte. Er habe sich beim 2:1 in Frankfurt über die Gelbe Karte und die schwachen Abschläge des Keepers geärgert, berichtete der Manager und betonte: «Man muss ihn in Ruhe sich entwickeln lassen.» Der Nachfolger Oliver Kahns reagierte gereizt auf die Kritik. «Ich habe keine Probleme damit. Wir sind hier nicht im Kindergarten, und mit so einem Käse befasse ich mich gar nicht», sagte Rensing.
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