Lehmann schimpft über Stolperer Jarolim
Hamburg (dpa) - 30.10.2008, 12:57 Uhr
Die Spieler des HSV sind mit dem Sieg gegen Stuttgart zufrieden.
Ein schimpfender Jens Lehmann, ein stolpernder David Jarolim und ein glücklicher Präsident des Hamburger SV - ein ungleiches Trio stand nach dem 2:0 des HSV gegen den VfB Stuttgart im Rampenlicht. «Was uns stört, ist, dass Jarolim so oft am Boden liegt», monierte VfB-Keeper Lehmann nach dem umstrittenen Foulelfmeter, bei dem Jarolim nach kurzer Berührung von Thomas Hitzlsperger abhob. Der VfB-Kapitän gab zwar den Tritt zu, kritisierte aber «Schwalbenkönig» Jarolim: «Er liegt bei der kleinsten Berührung am Boden.» Und Khalid Boulahrouz wetterte: «Das ist schlecht für den Fußball.» Schiedsrichter Günter Perl aber zögerte in der 17. Minute nicht und fällte eine wohlwollende Entscheidung für den Tabellendritten. Aus seiner Sicht kriege Jarolim mehr auf die Socken als andere Spieler, sagte Perl der Zeitung «Die Welt». «Es ist seine Art, in den Mann zu gehen. Er sucht den Kontakt und weicht nicht aus wie andere Spieler. Da ist es zwangsläufig, dass er öfter als andere gefoult wird.» HSV-Coach Martin Jol gab zu, dass «wir ein bisschen Glück gehabt haben, aber Jarolim wäre ein Akrobat, wenn er das simuliert hätte».
Jarolim selbst sah keine Schuld bei sich und ackerte über 90 Minuten, um nach dem 0:3 in Hoffenheim wieder in die Erfolgsspur zu kommen. Ein Glückstor von Joris Mathijsen (74.), dessen Schuss Stuttgarts Stürmer Mario Gomez abfälschte, machte die Niederlage für die zu harmlosen Schwaben perfekt. «Wir haben seit zwei Monaten englische Wochen, das hat man beiden Teams angemerkt», analysierte Jol, der angesichts der Verletztenmisere froh über das Experiment mit dem Brasilianer Alex Silva im Mittelfeld war. Der lange Defensivspieler fiel nicht nur durch kluge Pässe, sondern auch durch lautstarke Kommunikation mit den wenigen bisher erlernten deutschen Wörtern auf. «Jetzt müssen wir Samstag in Hannover noch einmal Gas geben und haben dann endlich Länderspielpause», merkte Mathijsen an. Es sei nicht verwunderlich, dass in Hoffenheim und Leverkusen zwei Vereine die Tabellenspitze zierten, die ihre Kräfte nicht im internationalen Geschäft ließen. |
Mit einer ersten Bilanz nach dem Saisondrittel zeigte sich HSV- Clubchef Bernd Hoffmann mehr als zufrieden: «Wenn mich vorher jemand gefragt hätte, ob ich nach zehn Spieltagen mit Platz drei und zwei Punkten hinter dem Tabellenführer sowie den Bayern, Schalke und Bremen hinter uns zufrieden gewesen wäre - ich hätte sofort unterschrieben», sagte Hoffmann. Schlecht gestimmt verließ dagegen Armin Veh die Hansestadt, wo er von Platz vier auf neun abgerutscht war. Er habe zwar ein diszipliniertes Team gesehen, aber kein «zwingendes». «Man ist immer nur so gut, wie man in der Tabelle steht. Platz neun, da gehören wir hin», sagte er trocken.
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