DFL: Mehr Spieltermine für mehr Geld
Hannover (dpa) - 06.10.2008, 14:48 Uhr
Ein endgültiges TV-Paket ist noch nicht geschnürt.
Hannover (dpa) - Nach dem geplatzten Deal über drei Milliarden Euro steht die Bundesliga vor dem nächsten Problem: Der Bezahlsender Premiere als größter Finanzier des Fußballs rutscht immer tiefer in die Krise. Der Aktienkurs ist innerhalb von drei Tagen auf weniger als die Hälfte geschmolzen, die Abonnentenzahl um 940 000 nach unten korrigiert worden - und bis zum Ende des Jahres soll der schwer angeschlagene Pay-TV-Sender einen neuen Vertrag mit der Liga abschließen. Das wichtigste Instrument der Deutschen Fußball-Liga (DFL), um den Schaden möglichst gering zu halten, ist ein pfiffiges Spielplan-Modell mit mehr Terminen. Doch an Premiere kommt die Liga nicht vorbei. Mit dem Eingeständnis drastisch überhöhter Kundenzahlen und der Ankündigung eines großen Verlustes hat Premiere in den zurückliegenden Tagen die Börse schockiert, aber auch viele Fußball- Manager verunsichert. Die Nachrichten kamen für die Liga zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt, denn schließlich sollen nach dem gescheiterten Sirius-Deal möglichst noch bis zum Ende des Jahres die neuen Fernseh-Verträge unterschrieben sein. Rund 205 Millionen Euro zahlt der Pay-TV-Sender derzeit jährlich an die Liga, und mindestens genauso viel sollen es nach der neuen Ausschreibung sein.
«Wir waren und sind der Meinung, dass die Bundesliga unbedingt angewiesen ist auf ein starkes Pay-TV-Segment», sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert dem Fachmagazin «kicker». «Weil wir dieser Auffassung sind, werden wir in der kommenden Ausschreibung für Pay-TV-Anbieter attraktive Paket- Konstellationen anbieten.» Bei Premiere geht es derzeit allerdings höchst turbulent zu. Nach der Ablösung von Michael Börnicke hat der neue Unternehmenschef Mark Williams ermitteln lassen, dass Premiere nur rund 2,4 Millionen direkte Abonnenten sowie knapp 1,2 Millionen Kunden über diverse Partner hat. Zudem geht der aus dem Imperium von Medienmogul Rupert Murdoch stammende Manager im laufenden Jahr von einem Minus von 40 bis 70 Millionen Euro aus und übernahm vor dem Wochenende das Finanzressort von Alexander Teschner. Der Aktienkurs brach ein und stand am Montagmittag bei 3,90 Euro. |