BVB schiebt «riesigen» Frust nach Fehlentscheidung
Dortmund (dpa) - 06.10.2008, 11:50 Uhr
Dortmunds Trainer Jürgen Klopp hadert am Spielfeldrand mit der Fehlemtscheidung.
Jürgen Klopp zeigte es noch Stunden später an. Mindestens einen halben Meter waren die Hände des Fußball-Lehrers voneinander entfernt. «So weit drin war der Ball» - anschaulicher als der Trainer von Borussia Dortmund konnte niemand die krasse Fehlentscheidung von Schiedsrichter Wolfgang Stark darstellen. Ein Großteil der 66 900 Zuschauer im Dortmunder WM-Stadion war Augenzeuge dessen, was Stark und seine Helfer partout nicht einsehen wollten: Einen Kopfball des Dortmunders Robert Kovac wehrte Nationalkeeper Robert Enke erst klar hinter der Torlinie ab. Es war die 17. Minute des Bundesligaspiels zwischen Dortmund und Hannover 96. Der BVB führte durch Nelson Valdez (10.) mit 1:0, die Kovac-Aktion nach einer Ecke von Tamas Hajnal hätte die Überlegenheit der Gastgeber auch in Zahlen korrekt dargestellt. «Wir haben eine überragende Anfangsphase gespielt und ein super Tor geschossen - auch ein schönes zweites», kommentierte Klopp den optischen Aussetzer der Unparteiischen mit süffisantem Unterton. Seinem Assistenten sei die Sicht versperrt gewesen, nahm Stark den Kollegen in Schutz. «Wir haben einen hohen Leistungsanspruch. Deswegen ist es umso bitterer», versuchte sich der 38-jährige Stark an einer Entschuldigung.
Der Frust bei den BVB-Profis war drei Tage nach dem unglücklichen Aus im UEFA-Cup bei Udinese Calcio «riesig», wie Valdez einräumte: «Wir machen das erste Tor, machen das zweite - und dann gibt es der Schiedsrichter nicht. Unglaublich», erregte sich der Angreifer aus Paraguay. Mit dem 2:0 wäre nach Überzeugung von Valdez eine Vorentscheidung gefallen. Der vermeintliche Torschütze pflichtete bei: «Dann wäre das Spiel anders verlaufen», meinte Kovac, der es zudem als «ärgerlich» empfand, dass ihm als Innenverteidiger das seltene Glücksgefühl nicht vergönnt war. «Ich schieße nicht so oft Tore. Das wäre natürlich ein gutes Ereignis gewesen.» Doch das alles spielte sich im Konjunktiv ab. Die Fakten waren am Ende klar. Nach dem nicht gegebenen 2:0, das bei den BVB-Profis laut Klopp «ein brüllendes Ungerechtigkeitsgefühl» hervorrief, verloren die Gastgeber ihre Linie und mussten durch Mikael Forssell (25.) den Ausgleich hinnehmen. «Wir haben am Ende sogar versucht, auf Sieg zu spielen», sagte Trainer Dieter Hecking zum ersten Auswärts-Treffer und -Punkt der neuen Spielzeit. Drei Punkte indes, das sah auch Hecking so, wären «vermessen» gewesen.
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