Notizen vom 7. Bundesliga-Spieltag
Hamburg (dpa) - 05.10.2008, 12:35 Uhr
Beim 3:3 gegen den VfL Bochum saß Münchens Kapitän Mark van Bommel wieder auf der Ersatzbank.
Die Bundesliga spielt verrückt: Aufsteiger 1899 Hoffenheim besetzt die Tabellenspitze, während sich Rekordmeister FC Bayern München auf Rang neuen wiederfindet. Mögliche Ursachen der verkehrten Welt dokumentieren die Notizen zum Spieltag. STIMMGEWALTIG: Beim Gastspiel von Eintracht Frankfurt gegen 1899 Hoffenheim in Mannheim verbreiteten die Fans der Hessen über weite Strecken der Partie Heimspiel-Atmosphäre. Das stimmliche Übergewicht der Eintracht-Anhänger blieb auch Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick nicht verborgen, den die Vielzahl der gegnerischen Fans verblüffte. «Ich habe mich gewundert, wie viele Karten unser Verein an die auswärtigen Zuschauer abgegeben hat. Ich weiß nicht, ob das so sein muss oder ob wir großzügige Gastgeber sind. Darüber muss ich mit unserer Marketingabteilung diskutieren», sagte Rangnick. Statt der avisierten 3577 verfolgten etwa 7000 bis 8000 Eintracht-Fans die Partie. LIEDGUT: Mit einer gewagten Eigenkomposition feierten vier Fans des VfB Stuttgart vor dem Heimspiel gegen Werder Bremen Premiere. Die Band «Rote Tor Fraktion» dichtete zur etwas angestaubten «Württemberg-Hymne» aus dem 19. Jahrhundert eine eigene Strophe und stellte die neue Version am Samstag live im Stadion vor. Textprobe: «Württemberg furchtlos und treu, weil ich immer zu dir steh; König Fußball trägt den Brustring - mein geliebter VfB.» Als Fangesang in der Canstatter Kurve konnten sich die frischen Reime aber vorerst nicht durchsetzen, die VfB-Getreuen blieben bei ihrem bewährten Liedgut.
SERIE GERISSEN: Für Mario Gomez sollte die Partie gegen Werder Bremen eigentlich ein Selbstläufer werden. Doch trotz des 4:1-Sieges seines VfB Stuttgart gegen die Norddeutschen riss die Serie des Top-Torjägers. In den vorangegangen vier Vergleichen hatte der 23-Jährige jeweils getroffen. Mit sechs Toren war der Nationalstürmer gegen die Bremer erfolgreicher als gegen jeden anderen Bundesliga-Verein. Diesmal aber ging Gomez trotz bester Chancen leer aus. Immerhin hatte er VfB-Überraschung Christian Träsch vor dessen starkem Saisondebüt den entscheidenden Hinweis gegeben. «Spiel einfach», raunte Gomez dem 21-Jährigen zu, der prompt «ganz einfach» ein Traumtor erzielte. WECHSELSPIELE: Kritik gab es für Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann wegen der Auswechslung des überragenden Zé Robertos, Manager Uli Hoeneß suchte sich dagegen andere Schuldige: Die Einwechselspieler selbst. «Der eine oder andere, der reinkommt, muss sich hinterfragen, ob das, was er da abliefert, noch dem entspricht, wofür er bezahlt wird», sagte der Manager. Wen er von den drei Einwechselspielern José Ernesto Sosa (für Schweinsteiger), Lukas Podolski (für Miroslav Klose) oder Tim Borowski (für Zé Roberto) gemeint hatte, sagte Hoeneß nicht. Sosa und Podolski durften 21 Minuten lang ran, Borowski nur 12 Spielminuten. |